| Virtueller Vertrieb
30. März 2017 | 1016 Artikelaufrufe

3D-Brille

3D-Brillen: Virtuelle Booster für Ihren Vertrieb

Wer neue Techniken und digitale Möglichkeiten versteht und anwendet, der hat es im Vertrieb leichter. Eine dieser neuen digitalen Vertriebsmöglichkeiten ist der Einsatz der Virtual Reality Technologie. Zwar wird ein Kunde in Deutschland heute kaum eine virtuelle Brille aufsetzen, wenn er ein Geschäft betritt, doch innerhalb der nächsten fünf Jahre wird sich das schlagartig ändern. Dann sind virtuelle Produktpräsentationen und -erlebnisse ein fester Bestandteil in der Kundenberatung und im Verkauf, davon sind wir bei rpc – The Retail Performance Company überzeugt.

In Asien, und hier vor allem in China, ist die virtuelle Erlebniswelt schon jetzt ein fester Bestandteil im Austausch mit den Kunden. Die Chinesen sind technisch deutlich aufgeschlossener als die Deutschen und schneller bereit, in neue technische Lösungen zu investieren. In umkämpften Märkten mit asiatischen Wettbewerbern kann das im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und Technisierung immer mehr zum Stolperstein für deutsche und europäische Unternehmen werden.

3D-Brillen: Mehr verstehen – besser beraten

Mit virtuellen 3D-Brillen lassen sich komplexe Sachverhalte dem Kunden schnell und eindrücklich vermitteln. Dazu wird beispielsweise ein Smartphone, auf dem sich eine Animation oder ein ganzer Film befindet, in eine 3D-Brille eingesetzt und los geht die virtuelle Informationsreise. Der Nutzer taucht interaktiv in das Produkt ein und erkundet es selbstständig aus allen möglichen Blickwinkeln, auch solchen, die ansonsten oft durch die Produkthülle verborgen bleiben.

Sehr gute Erfahrungen haben wir mit virtuellen 3D-Brillen auch in der Mitarbeiterschulung für Produkttrainings gemacht. Hier konnten wir Zeitersparnisse von bis zu 30 Prozent erreichen. Die digitale Technik ermöglicht zudem Schulungen in virtuellen Klassenzimmern. Händler auf verschiedenen Kontinenten können dabei zeitgleich per Online-Videochat geschult werden.

Produkt-Previews, die bewegen

Sehr praktisch sind Virtual Reality 3D-Brillen, um Händlern genauso wie Kunden Produkte vorzustellen, die noch nicht im Markt verfügbar sind. Händler können damit Kundenfragen glaubwürdiger und umfassender beantworten, ohne das Produkt selbst live erkundet zu haben. So lassen sich das Kundeninteresse und sogar Vorbestellungen vorab steigern. Virtual Reality beeindruckt einfach mehr als PowerPoint-Folien oder 2D-Hochglanzbroschüren. Sie vermittelt emotionale, rationale und räumliche Argumente deutlich stärker.

Genauso können virtuelle Filme diejenigen Produkte authentisch erfahrbar machen, die nicht live vorgeführt werden können. Das spart gerade bei großen Produkten wie etwa Fahrzeugen viel Stellfläche und Lagerkosten. Im Grunde genügt für den Erstkontakt eine 1 x 1 Meter große Fläche, nämlich ein Stuhl und eine Brille. Der Rest wird simuliert.

In China stellt rpc derzeit einen virtuellen Fahrzeugkonfigurator vor, der verschiedene Modelle und Varianten mehrerer Serien in der 3D Welt zeigt. Im Unterschied zur Online-Produktkonfiguration und zur Konfiguration mit Tablet und Augmented Reality vermittelt der virtuelle Fahrzeugkonfigurator einen räumlichen Eindruck.

Der Kunde sitzt auf einem Stuhl und trägt eine VR 3D-Brille. Mit seiner Gestik steuert er sich durch die Fahrzeugkonfiguration. Schaut er sich um, sieht er aus Sicht des Fahrers oder Beifahrers, wie das Auto mit ihm durch Shanghai fährt. Über Handbewegungen bedient er die Soundanlage und erfährt über den Bluetooth-Kopfhörer, die Unterschiede der verfügbaren Soundtechniken. Auch Navigation und Bordcomputer sind auf diese Weise interaktiv erlebbar. Er kann Technik und Innenausstattung auswählen und schauen, wie die verschiedenen Optionen räumlich zusammenwirken.

How to be virtual

Dass virtuelle Technik noch zu teuer ist, stimmt nur auf den ersten Blick. Die Hardware, wie zum Beispiel virtuelle 3D-Brillen, kann geliehen oder zumindest getestet werden. Zwar kosten hochwertige Brillen 600 bis 900 Euro, allerdings sind erste Einstiegsversionen schon ab unter zehn Euro zu kaufen – qualitativ deutlich schlechter, aber für manche Lösungen vielleicht ausreichend. Einen Test ist es wert.

Der größte Kostenpunkt sind die 3D-Filme und -Animationen. Aber auch sie sind nur auf den ersten Blick teuer. Ein Film kann in verschiedenen Kanälen, im Handel und Online, sowie zu unterschiedlichen Zwecken, zur Kundenberatung und zur Mitarbeiterschulung und in verschiedenen Sprachen eingesetzt werden kann. Damit sind die Skaleneffekte sehr hoch. Zudem muss man die Produktionskosten auf die Einsatzdauer des Films beziehen. Kostet ein Film beispielsweise 20.000 Euro, kann aber wie im Fall der meisten Fahrzeuge mindestens drei Jahre im Vertrieb eingesetzt werden, sind das rund 555 Euro im Monat. Bei längeren Produktlebenszyklen wie zum Beispiel Küchen sieht das Ganze noch einmal attraktiver aus.

Next Hot Thing: die HoloLens

Die HoloLens von Microsoft geht über die beschriebenen virtuellen Darstellungsformen hinaus, indem sie hochaufgelöste Hologramme in die reale Umgebung projiziert. Sie verschmilzt virtuelle und reale Welt noch authentischer als es ein virtueller, computeranimierter Film vermag. Die Nutzer tauchen komplett in die virtuelle Welt ein und haben dabei nicht das Gefühl, in einem Computerspiel zu stecken, sondern mitten in der Realität. Gerade technisch komplexe und meist unsichtbare Zusammenhänge werden so noch einmal direkter und glaubwürdiger vermittelt. Auch räumliche Eindrücke, bei denen sich viele unter uns schwertun, sie sich das gedanklich vorzustellen, werden mit der HoloLens verständlich.

Noch ist die HoloLens nicht im Massenmarkt angekommen. Ihre Auflage ist stark limitiert und rpc gehört zu den ersten Unternehmen, die eine solche Brille zur Verfügung haben und in ersten Vertriebsprojekten einsetzen. Denn eines ist klar: Die Zukunft des Vertriebs ist digital.

Zur Person

Peter Milotzki, VR- und AR-Experte bei rpc – The Retail Performance Company. www.rpc-partners.com

 

 

 

 

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3D-Brillen: Virtuelle Booster für Ihren Vertrieb
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Chefredakteurin der Vertriebszeitung.de, Betriebswirtin, zuständig für Marketing und PR bei der SUXXEED Sales for your Success GmbH, Nürnberg. Langjährige Tätigkeit im Produkmanagement großer Konsumgüterhersteller. info@vertriebszeitung.de

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