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16. Mai 2014 | 2809 Artikelaufrufe

Big Data-Herausforderungen und Chancen

Big Data im Vertrieb: Neue Herausforderungen – Neue Chancen

Für viele Unternehmen wächst mit exponentiell zunehmenden Datenmengen auch die Bedeutung des Themas „Big Data“. Lesen Sie im Folgenden, vor welche Herausforderungen Big Data Unternehmen stellt und welche Chancen sich hieraus ergeben.

Kundenbezogene Daten werden heute in stetig wachsender Menge generiert, z.B. über Internet-Transaktionen, mobile Anwendungen (Smartphone, Pads, Notebooks), Cloud Computing, die Kommunikation in Sozialen Medien, Mobilkommunikation oder Sensordaten (RFID). Die gewonnenen Daten liegen zunächst in unterschiedlichen Formaten vor. Neue hard- und softwarebasierte Verfahren machen es möglich, die Datenmassen zu strukturieren, zu vereinheitlichen und schließlich zu analysieren. Der Faktor Geschwindigkeit ist dabei entscheidend.

Bestehende Methoden wie Business Intelligence oder Data-Warehousing stoßen bei der Bewältigung der Datenflut an ihre Grenzen. Die Auswertung dauert zu lange und ist dadurch weniger wertvoll in der Entscheidungsvorbereitung. Big Data setzt also dort an, wo konventionelle Ansätze nicht mehr greifen und liefert die benötigten Konzepte, Methoden und Technologien. 

Big Data – Eine Begriffserklärung

Unter Big Data versteht man die Analyse großer Datenmengen, die aus verschiedenen Quellen stammen können. Die Analyse erfolgt automatisiert in großer Geschwindigkeit und hat das Ziel, neue Erkenntnisse zu generieren und somit dem Unternehmen einen wirtschaftlichen Nutzen zu verschaffen. Denn die gewonnen Erkenntnisse dienen dazu, geschäftliche Prozesse zu optimieren und Entscheidungen treffsicherer zu fällen. Die Analyseergebnisse können zudem in allen Unternehmensbereichen dazu genutzt werden, Risiken zu minimieren.

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Der zielführende Umgang mit großen Datenmengen stellt viele Unternehmen zunächst vor echte Herausforderungen. Management und IT eines Unternehmens müssen sich Expertise zur Bewältigung eines neuen Aufgabengebietes verschaffen. Neben neuer Hard- und Software muss eine klare Strategie aufgesetzt werden, mittels derer sich das Unternehmen dem Thema Big Data annähern kann. Dazu zählt, Transparenz im Datenbestand zu schaffen: nur wer weiß, welche Informationen in welcher Form vorhanden sind, kann diese überhaupt managen und analysieren.

Die erste Aufgabe besteht also darin, sich einen Überblick über die meist unstrukturierten Datenmassen zu verschaffen und diese zu organisieren, bevor überhaupt qualitative und quantitative Analysen erfolgen können.

Die Managementebene muss deshalb strategische Überlegungen anstellen:

„Welche Erkenntnisse soll uns die Datenanalyse bringen?“ (Zielsetzung)

„Wie können gewonnene Ergebnisse in Entscheidungen übersetzt werden, die dem Unternehmen einen wirtschaftlichen Vorteil bringen?“ (Verwertungsstrategie)

Zudem müssen geeignete Technologien zur Datenanalyse im Unternehmen vorhanden sein bzw. angeschafft werden. Gelingt dies, können die Datenanalysen in besser fundierte Managemententscheidungen überführt und Vertriebs- und Marketingmaßnahmen treffsicherer gestaltet werden.

Big Data versetzt das Management in die Lage, die eigenen Kunden, aber auch Zusammenhänge auf dem Markt besser zu verstehen. Tendenzen und Trends werden sichtbar, auf die proaktiv reagiert werden kann. Dadurch steigen die Wettbewerbsfähigkeit und das Innovationspotenzial eines Unternehmens.

Im Handlungsumfeld Big Data werden auch die spezifischen Angebote auf Dienstleisterseite in naher Zukunft wachsen. Big Data eröffnet einen ganz neuen Markt, Daten werden zu einem neuen Produktionsfaktor.

Neue Erkenntnisse für den Vertrieb

Abteilungen wie Vertrieb und Marketing, aber auch Produktentwicklung und Forschung sind für den Einsatz von Big Data prädestiniert. Denn die Datenanalyse verbessert den Zugang zum Kunden. Unternehmen werden in die Lage versetzt, detaillierte Kundensegmente zu erstellen und ihre Waren und Dienstleistungen passgenauer auf die Bedürfnisse des Marktes abzustimmen. Die Kundenansprache kann zielgerichteter gestaltet und Streuverluste können reduziert werden. Dies schlägt sich unmittelbar in einer Reduktion der Kosten nieder.

Zudem gewinnt das Unternehmen an Agilität: Werden durch Big Data Trends und Entwicklungen am Markt sichtbar, können bestehende Angebote und Services treffsicher angepasst werden. Dadurch verschafft sich ein Unternehmen einen wichtigen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz!

 

Info-Tipp:

Leitfaden Bitkom „Big Data im Praxiseinsatz – Szenarien, Beispiele, Effekte“

http://www.bitkom.org/de/publikationen/38337_73446.aspx

 

Text_Katja Rosner

Big Data im Vertrieb: Neue Herausforderungen – Neue Chancen
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Magistra Artium in Informationswissenschaft, Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik. Mehrjährige Erfahrung als Software Consultant sowie Projektmanagerin in IT-Projekten und EU Forschungsprojekten. Heute selbständig mit Schwerpunkt: Business Processes & Communication, Wissensmanagement, Web 2.0

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