| Vertriebsapp
25. März 2016 | 3028 Artikelaufrufe

Chat-Apps erobern auch den Vertrieb

Chat-Apps erobern auch den Vertrieb

Innerhalb weniger Jahre wechselten Milliarden von Verbrauchern von der schlichten, statischen SMS-Nachricht (P2P = Person-to-Person) zur ansprechenderen, unterhaltsameren Chat App über. Vor allem die hohen Gebühren der Netzbetreiber für SMS-Nachrichten schreckten die Nutzer ab und machten die neuen, kostengünstigen Chat Apps immer attraktiver. Der Lagerwechsel zugunsten der Chat Apps führte bei den Netzbetreibern zu signifikanten Einbußen: Sie erzielten im Jahr 2013 rund $ 33 Milliarden weniger Umsatz.

Die 10 Chat Apps, die bei dieser Entwicklung ganz vorne dabei waren, haben bereits über 2 Milliarden Nutzer gewonnen. In den meisten größeren Ländern gibt es einen Player, der den Markt dominiert, und außerhalb Asiens, Nordamerikas und des Nahen Ostens sind dies häufig WhatsApp und der Facebook Messenger. Sie machen den sozialen Netzwerken ihren Status als beliebteste Kontakt- und Kommunikationsform streitig und gelten als die Zukunft des Social Networking.

Nach dem Wachstum kommt das Geschäft

Nachdem sie einen riesigen Kundenstamm akquiriert hatten, begannen die Chat Apps, Möglichkeiten der Kommerzialisierung zu erkunden. Und ihre Position auf den Kernmärkten zu festigen. Sie ermöglichen es den Unternehmen mittlerweile, ein offizielles Geschäftskonto („Offizielle Konten”) auf ihren Plattformen zu führen. Für die Unternehmen ist das eine Gelegenheit, durch greifbare Nutzervorteile neue Umsätze zu generieren und gleichzeitig den Nutzer bei der Stange zu halten.

Ein offizielles Konto gestattet es, über Marketing-, Vertriebs- und Supportsysteme in einen authentischen, persönlichen Dialog mit den einzelnen Kunden zu treten – alles über ein und dasselbe Chat-Markenkonto. Nach dem Motto „Nah am Kunden” können relevante Informationen dort zeitnah bereitgestellt werden, wo der Nutzer ohnehin viel Zeit verbringt – und das ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Selbst WhatsApp, die bekannt dafür sind, nicht über kommerzielle Aktivitäten auf seiner Plattform zu kommunizieren, haben– wenn auch inoffiziell – offizielle Konten zugelassen. Beispiele für eine kommerzielle WhatsApp-Nutzung gibt es unter anderem beim Kundendienst von öffentlichen Versorgungsbetrieben in Indien. Sogar die BBC verbreitet über WhatsApp ihre Nachrichten. Dies zeigt deutlich, dass auf dem Markt ein ungedeckter Bedarf an Opt-in-Diensten wie Kundenservice und Content Publishing besteht.

WeChat, Line und Kakao, die größten Anbieter im asiatischen Raum, haben mittlerweile auch neue Dienste im Angebot, wie beispielsweise Online-Zahlungen,  sowie Taxi- und Lieferdienste, um nur ein paar zu nennen. Tango, WeChat, Snapchat und Blackberry ihrerseits bieten Unternehmen die Möglichkeit der In-App-Werbung an.

Der Kunde ist König: die große Chance für Unternehmen

Auf kurze Sicht werden wir erleben, wie der Verbraucher eine kontrollierende Funktion übernimmt und sich ein erheblicher Teil des E-Commerce-Geschäfts auf den Chat-App-Kanal verlagert. Es ist der Kunde, der entscheidet, über welchen Kanal er kommuniziert. Er wählt die Chat App aus, über die er mit einer Marke Kontakt aufnimmt und entscheidet, wann diese Marke mit ihm kommunizieren darf. Er wählt beispielsweise seinen Lieblingsshop aus, um sich herabgesetzte T-Shirts anzusehen. Anschließend kauft er das T-Shirt und lässt sich Benachrichtigungen zum Lieferstatus auf seine Chat App senden. Taucht ein Problem auf, kann er sich direkt in der Chat App an den Kundenservice wenden. Er muss nicht mehr von einer Marken-App zur nächsten wechseln, um etwas zu bestellen und bei einem Problem den Kundenservice anrufen. Alle Interaktionen laufen direkt über die Chat App.

chris_moore_2Zur Person

Chris Moore, Vice President Chat API und Chief Revenue Officer, leitet den Bereich Chat App API bei Nexmo, einem führenden Anbieter von Cloud-Kommunikationsplattformen. Nexmo ermöglicht es, mit Sprach- und Textnachrichten die User Experience von Nutzern auf der ganzen Welt zu verbessern. Hier ist er für die internationale Strategie und Partnerschaften mit globalen Messaging-Apps verantwortlich. Chris Moore verfügt er über einen MBA-Abschluss der Haas School of Business der University of California in Berkeley. www.nexmo.com

Vier Tipps für B2B-Vertrieb mit mobilen Apps

 

Chat-Apps erobern auch den Vertrieb
Bewerten Sie als erster diesen Artikel!

Print Friendly, PDF & Email

Aktueller Gastbeitrag vom Vertriebsprofi für Vertriebsprofis

Schreiben Sie einen Kommentar