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14. Oktober 2011 | 2253 Artikelaufrufe

Einkauf auf der grünen Wiese: Wie Sie sich Ihren Anteil am M-Commerce-Kuchen sichern

Im Café sitzen, dabei mal eben die neuesten Informationen zum Hightechfernseher checken und die Konzertkarten für das Wochenende bestellen: Das ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern dank des mobilen Internets mit Smartphones, Tablet-PCs und Co. längst Realität.

Das bestätigt die kürzlich von Fittkau & Maaß Consulting veröffentlichte Studie zum Einkaufsverhalten von Nutzern mobiler Endgeräte. Über 64 Prozent der weiblichen und männlichen Besitzer eines mobilen Endgerätes haben bereits mobil eingekauft oder sind daran interessiert.

Mit satten 58,7 Prozent ist der Anteil in der heiß umworbenen Zielgruppe 50+ besonders hoch. Das größte Interesse am Einkauf unabhängig von Zeit und Raum haben Besitzer eines Tablet-PCs: Knapp 90 Prozent von ihnen haben bereits mobil geshoppt oder haben daran Interesse.

Mindestens einmal pro Woche werden von 35,5 Prozent der Befragten Produktinformationen und von 26,4 Prozent Preisinformationen mit dem mobilen Gerät abgerufen. Immerhin knapp 12 Prozent kaufen dann tatsächlich ein: Bücher, Fahr- und Flugtickets, Musik sowie Veranstaltungstickets stehen in der Käufergunst ganz oben.

Aber auch Produkte wie Computerhardware und Zubehör, Telekommunikationsgeräte wie Handys sowie Kameras und Kleidung üben auf die mobilen Shopper ihren Reiz aus. Erklärungsintensive Produkte wie etwa Geldanlagen stehen zwar derzeit mangels Angebot noch nicht auf der Einkaufsliste. Doch auch hier bedarf es wohl lediglich des einen Vorreiters, der die entsprechenden Möglichkeiten bietet – und mit der sich verbessernden Technik sowie den entsprechenden Marketingstrategien ist auch das nicht ausgeschlossen.

Was bedeutet das nun für die Unternehmen?

Status quo ist, dass ein erhebliches Potenzial im M-Commerce nicht genutzt wird. Der Teufel steckt wie immer im Detail, in diesem Fall vor allem in der Technik. Denn Shoppen von unterwegs muss für den Nutzer einfach und unkompliziert sein. Das setzt voraus, dass die Unternehmen ihre Webseiten für die mobilen Endgeräte optimiert haben. Wird der Nutzer beispielsweise beim Einkauf auf nicht optimierte Seiten verlinkt, kommt statt Lust schnell Frust auf und das Shoppingerlebnis wird als „Negativ“ ad acta gelegt.

Denn laut einer Erhebung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) und Google* erwarten 60 Prozent der Befragten von der mobilen Website die gleiche Nutzerfreundlichkeit wie von einer herkömmlichen Seite. Ist eine einfache Bedienung nicht gegeben, wickelt jeder zweite Interessent den eigentlichen Kauf- und Bestellvorgang zuhause am PC ab. Der Ausbau von mobile-optimierten Internetauftritten und mobiler Marketing-Aktivitäten könnte die Kundenbindung und auch den direkten Abverkauf im mobilen Kanal, Google zufolge, merklich steigern.

 

58 Prozent der befragten Unternehmen sehen in der Optimierung ihrer Web-Auftritte durchaus Ausbaubedarf, allerdings auch Hürden

Bei knapp der Hälfte der Befragten mangelt es an personellen Ressourcen, bei 39 Prozent an der Zeit und 36 Prozent gaben technische Voraussetzungen als Herausforderung an. „Mobile gewinnt als wichtige Säule der digitalen Wirtschaft weiterhin rasant an Bedeutung.

Einem Online- oder Offlinekauf geht immer häufiger eine mobile Recherche voraus und der Anteil der Smartphone-Nutzer, die recherchieren und danach gleich mobil kaufen, nimmt zu“, sagt Burkhard Leimbrock, BVDW-Vizepräsident. Zudem bereiteten Smartphones Kaufentscheidungen bei Konsumenten vor, demnach sei es umso wichtiger, dass Unternehmen in den richtigen mobilen Auftritt sowie in Mobile Marketing investierten.

Wie ein solches optimiertes Angebot aussehen kann, zeigt beispielsweise Air Berlin mit seiner speziellen Check-In-App. Damit können Iphone-Nutzer ganz einfach nach Urlaubszielen suchen, Preise vergleichen, Tickets buchen und sogar 30 Stunden vor Abflug einchecken.

Fazit:

Das brachliegende Potenzial im M-Commerce ist riesig und wie immer kommt es auf die richtige Unternehmensstrategie an, um sich dieses Potenzial zu erschließen. Die noch geringe Wettbewerbsdichte ist für die Firmen eine große Chance, sich frühzeitig ihren Anteil am M-Commerce-Kuchen zu sichern. Allein mit einer benutzerfreundlichen Technik können Unternehmen bereits etliche Pluspunkte bei den Nutzern sammeln.

 

Lesen Sie in einem weiteren Artikel: M-Commerce: Neue Perspektiven für den Handel?

 

*Hintergrundinformation:
Zur Studie vom BVDW und Google wurden 2.000 Konsumenten sowie 200 Marketing-Entscheider auf Unternehmensseite befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für private Smartphone-Nutzer ab 18 Jahren sowie für die führenden 500 Online-Werbetreibenden in Deutschland.

Text_Simone Dippel, Vertriebszeitung

Einkauf auf der grünen Wiese: Wie Sie sich Ihren Anteil am M-Commerce-Kuchen sichern
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Marketing-Kommunikations-Ökonomin (VWA). Mehrjährige Erfahrung im Vertrieb internationaler Fondsgesellschaften und in der Pressearbeit verschiedener Unternehmen sowie einer PR-Agentur für Finanz- und Wirtschaftskommunikation. Seit Mai 2009 selbständig als freie Journalistin und PR-Redakteurin für verschiedene Medien sowie Unternehmen aus der Wirtschaft tätig.

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