| Social Recruiting
14. Februar 2014 | 2885 Artikelaufrufe

Erfolgreicher Vertriebsmitarbeiter einstellen – durch Social Recruiting

Elektronik- und Pharma-Firmen, aber auch mittelständische Anlagenbauer wie die Kewesta GmbH: Sie alle suchen nach Fachkräften, um die sich auch große Konzerne mit dicken Budgets bemühen. Um hier zu punkten, hat sich eine neue Methode, das Social Recruiting herausgebildet. Rund um dieses Stichwort hat sich ein neuer Markt an Online-Dienstleistern formiert.

Technisch versiert, aber sehr kommunikativ und proaktiv. Vertriebler müssen heutzutage beim Großteil der deutschen Mittelständler vielseitig sein. „Doch es ist völlig klar, dass kein Bewerber alles mitbringen kann“, sagt Jovanna Roth. Ihr hessisches Familienunternehmen Kewesta ist darauf vorbereitet, neue Vertriebler, aber auch alle anderen Berufsgruppen lange und gründlich einzuarbeiten. Die Firma aus Erlensee liefert Förderanlagen, sowie Antriebs- und Kettentechnik.

„Jeder unserer kaufmännischen Mitarbeiter benötigt zumindest technisches Verständnis und die Bereitschaft, mehr darüber zu lernen“, sagt die den Verkauf und die Montage der Anlagen leitende Tochter des gesellschaftenden Geschäftsführers. Doch das gelte auch vor allem für die Kollegen im Ein- und Verkauf. „Im telefonischen Kontakt mit den Kunden geht es oft um technische Fragen. Da kann der Vertriebler nicht die ganze Zeit einen Techniker dazu holen oder die Antwort auf morgen vertagen“, so Roth.

Netzwerk statt Headhunter

Kewesta inseriert Stellenanzeigen in der Zeitung und über private Arbeitsagenturen. Doch Roth sucht immer wieder neue Wege, um an potenzielle Mitarbeiter heranzukommen. So stieß sie im Internet auf die Plattform Whistlernetwork. Das Frankfurter Startup war 2012 in Deutschland das erste, das ein Instrument für das sogenannte Social Recruiting auf die Beine stellte. Roth informierte sich darauf direkt bei den Gründern Stefan Gernhard und Hans Sieder. „Ich bin vom Konzept der Plattform überzeugt“, erklärt die seit 20 Jahren im Unternehmen tätige Hessin.

Denn konkret funktioniert es so: Auf Whistlernetwork lassen sich kostenlos Suchanzeigen für Jobs schalten. Kewesta sucht hier aktuell CNC-Fräser, aber auch Buchhalter und Einkäufer. Hinter jedem Gesuch ist ein Finderlohn ab 300 Euro hinterlegt. Und die Community von Whistler twittert, mailt oder postet über verschiedene Apps auf Facebook, Linkedin und Co etwa das Jobangebot eines Vertriebsassistenten an die persönlichen Netzwerke. Jeder, der mit seinem Klick zum erfolgreichen Bewerber führt, bekommt seinen Anteil am Finderlohn. Sobald der neue Mitarbeiter eingestellt ist, zahlt das Unternehmen, das beispielsweise 1200 Euro Finderlohn dafür ausgeschrieben hat, 30 Prozent als Plattformgebühr zusätzlich. Das heißt, der volle Finderlohn von 1200 Euro geht an die Finderlohnkette.

Als diskutierfreudiger Kanal, der wie ein soziales Netzwerk daherkommt, soll er Mitarbeiter anziehen, die sich mit der Firma identifizieren wollen. „Über Headhunter dagegen finden sich vor allem Leute, bei denen Karriere und Geld im Vordergrund stehen“, sagt Gründer Hans Sieder. Er selbst hatte bereits mehrfach die Erfahrung gemacht, dass über Headhunter gekommene Mitarbeiter kurz nach der Vermittlung wieder vom selben abgeworben wurden.

„Wir haben durch die weitgespannten Netzwerke der Whistler-Community bereits einen Konstrukteur eingestellt“, erzählt Roth. Obwohl die Plattform noch vergleichsweise jung sei, haben sich zudem bereits zahlreiche interessante Kontakte und Bewerbergespräche ergeben. Das Familienunternehmen hat 50 Beschäftigte und ist vergangenes Jahr um rund zehn neue Mitarbeiter gewachsen.

Finderlohn für eine erfolgreiche Vermittlung

Aktuell liegt der insgesamt ausgesetzte Finderlohn beim Frankfurter Startup bei 141.000 Euro durch 52 ausgeschriebene Jobs. Etwa Samsung, Microsoft, Otto Group, Bayer, Gulp und verschiedenste Mittelständler schreiben so ihre Stellen aus.

Ebenfalls auf Social Recruiting ausgelegt, aber ohne Finderlohn und somit ohne Crowd-Gedanken finden sich noch zwei weitere, deutschsprachige Plattformen im Netz. Nur dass bei beiden das Inserieren eines Jobs von Anfang an kostenpflichtig ist. Beim Münchner Unternehmen Crowdhunter.de zahlen Unternehmen für das Aufgeben einer Stellenanzeige zwischen 99 und 449 Euro. Beim Innsbrucker Unternehmen Wizper kostet ein Inserat 440 Euro sowie die Erfolgsgebühr von 400 Euro pro vermitteltem Job. Hinzu kommt dann jeweils noch die ausgeschriebene Prämie, die jeweils derjenige erhält, der am Ende der Kette den Job vermittelt.

Weitere Infos finden Sie hier:

http://whistlernetwork.com/www.crowdhunter.comwww.whizper.com

 

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Daniela Reichart, Jahrgang 1986, ist Wirtschaftsjournalistin. Bereits während ihres B.A. Studiums für Germanistik und Politikwissenschaft arbeitete sie bei Zeitungen, absolvierte Praktika sowie Volontariat und arbeitet heute für unterschiedliche Fachmagazine mit technischem und wirtschaftlichem Schwerpunkt.

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