| Serie: Leaders in Marketing und Verkauf Teil 1
20. Dezember 2011 | 1984 Artikelaufrufe

Gedanken über den „Erfolg“

Die folgenden Einsichten entspringen eigenen Beobachtungen und Erfahrungen des Verfassers. Hoffentlich regen sie den Leser zum eigenen Urteil an. In loser Folge veröffentlichen wir einige Hinweise, in dieser Folge zum Thema „Erfolg“.

Erfolg

Persönlicher Erfolg: Persönlicher Erfolg ist grundsätzlich das Einzige was interessiert. Darüber kann auch die grosse Sachdiskussion in Management und Marketing nicht hinweg täuschen. In Zukunft gilt es, persönlichen Erfolg und Sachkonzepte besser zu verbinden. Wir müssen mehr darüber lernen, was den Menschen bewegt, um etwas zu bewegen.

Erfolg bestimmen: Was ist Erfolg? Wer sich die Maßstäbe für den Erfolg nur vorgeben lässt, nutzt die wertvolle Chance nicht, den eigenen Erfolg zu bestimmen. Zum Glück geht es nicht für alle darum, die 100 Meter in kürzester Zeit zu springen. Erfolg hat viel mit den eigenen Fähigkeiten zu tun und ist individuell. Niemand gehört in einer Sportart zur Spitze und ist mit sich selbst zufrieden, wenn er die Sportart gar nicht mag. Traurig ist dabei, wie viele Menschen gängige Erfolgskriterien verwenden, obschon sie gar nicht passen.

Eine Führungskraft kann sich also nur in einem Spiel entfalten, welches sie schätzt und gerne spielt. Sind manche Führungskräfte in ihren Unternehmen in ein Spiel geraten, dass sie nicht mehr mögen? Akzeptieren sie häufig die Spielregeln nicht mehr und sollten doch Höchstleistungen erbringen? Das kann nicht funktionieren, auch wenn Menschen anpassungsfähig sind.

Misserfolg ohne Einsatz: Misserfolg empfinden wir oft nicht dort, wo wir uns einsetzten und etwas nicht erreichten. Wir spüren ihn auch dort, wo wir etwas vernachlässigten.

Applaus: Applaus von anderen dauert meist nur kurz, kommt von den falschen Personen und zum falschen Zeitpunkt; er kommt meistens zu spät. Applaus ist damit ein schlechtes Kriterium für Erfolg und täuscht.

Besser als andere sein und Anerkennung gewinnen, sind wichtige Antriebe für jeden Menschen. Bluff ist die falsche Lösung dazu, wenn auch „Schäumer“ nie aussterben.

Eigener Vorteil: Führungskräfte und Mitarbeiter orientieren sich nicht nur am Vorteil ihres Unternehmens, sondern besonders an ihrem eigenen Vorteil.

Krisen: Midlife Crisis ist doch eher schön geredet. Handelt es sich nicht um eine Life Crisis? Anfang und Ende sind kaum abzusehen. Aber nicht vergessen: Sie kennen die Bedeutung des Wortes Krise auch als Wendepunkt zum Guten. Damit wird das Leben zu einer raschen Abfolge von positiven Wendepunkten.

Jeder trägt seine Bürde: In der Auseinandersetzung mit dem Thema habe ich erkannt, dass ich Manches falsch mache und häufig bin ich zu bequem, das auch zu ändern. Ich kann so ehrlich sein, weil ich bei Leserin und Leser die gleichen Probleme vermute.

Einfache Lösungen: In einer komplexeren Welt suchen die Menschen immer mehr nach klaren Orientierungen. Erschreckend ist dabei, wie Scheinlösungen und fassbare Inhalte (z.B. Checklists oder abstrakte Gesetze) akzeptiert werden.

 

Text_ Prof. Dr. Christian Belz, Ordinarius für Marketing an der Universität St. Gallen und Geschäftsführer des Instituts für Marketing

Gedanken über den „Erfolg“
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Prof. Dr. oec. Christian Belz ist Ordinarius für Marketing an der Universität St. Gallen (HSG) und seit 1991 Direktor des Instituts für Marketing und Handel (IMH). und Mitherausgeber der Marketing Review St. Gallen. Die Kompetenzzentren des Instituts sind: Business-to-Business, Hightech Marketing und Marktbearbeitung, Markenführung, Distribution und Kooperation, Internationales Handelsmanagement (Gottlieb Duttweiler Lehrstuhl), Marketingplanung und –controlling.

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