| Serie: Leaders in Marketing und Verkauf Teil 3
10. Januar 2012 | 1943 Artikelaufrufe

Gedanken über Optimismus und Persönlichkeit

Die folgenden Einsichten entspringen eigenen Beobachtungen und Erfahrungen des Verfassers. Hoffentlich regen sie den Leser zum eigenen Urteil an. In loser Folge veröffentlichen wir einige Hinweise.

 

Optimismus


Optimismus abstützen
: Optimismus oder Vertrauen in die Zukunft sind dann besonders gefordert, wenn sie fehlen: Also beispielsweise in schwierigen Situationen von Märkten und Unternehmen. Viele Probleme sind selbst verursacht und errichtete Hindernisse lassen sich auch wegräumen. Manche Probleme sind von aussen auferlegt. Optimismus beruht auf realistischen Zielen, kreativen Lösungen, einer längerfristigen Perspektive. Es genügt nicht, auf Stärken der Vergangenheit hinzuweisen.

Erfolg: Verkaufserfolg beginnt im Kopf! Wer will andere Menschen anstecken können, wenn er selbst nicht überzeugt ist.

Schlechte Prognosen verwirklichen sich: Eine pessimistische Einstellung bestätigt sich selbst und zieht viele Menschen in ihren Sog.

 

Persönlichkeit


Mehr sein, als man ist:
Schwierig ist es , mit Menschen zusammen zu arbeiten, die jemand anders sein wollen, als sie sind.Das Gerede und Geschreibsel um erfolgreiche Manager fördert die Fehlinterpretation eigener Fähigkeiten und den Wunsch anders zu sein und dazu zu gehören. Die Ursachenanalyse der Manager für ihren Erfolg (z.B. in Manager Zeitschriften) ist subjektiv geprägt und oft falsch. Mitarbeiter oder die Ehefrau/-mann und Kinder einer Führungskraft würden die Fähigkeiten und Verhaltensweisen oft ganz anders beschreiben.
Wer jemand anders sein will, als er ist, verliert seine Glaubwürdigkeit.

Anforderungsprofile: Die Anforderungsprofile für Führungskräfte werden immer länger. Die Ausschreibungen für Stellen erscheinen mehr und mehr unrealistisch. Die Arbeit mit Anforderungs- und Leistungsprofilen hat sich als wenig ergiebig erwiesen, umso mehr sich Eigenständigkeit, Beharrlichkeit, Flexibilität und Teamfähigkeit bei einer Selektion kaum gültig prüfen lassen. Ergiebiger ist es, die Aufgaben einer Führungskraft klar zu bestimmen. Soll beispielsweise ein neuer Marktverantwortlicher den Markt Deutschland für ein Unternehmen aufbauen, lässt sich eher bewerten, ob jemand dazu fähig ist.

Arroganz: Mit Arroganz gelingt es am raschesten, sich zu isolieren.

Gedanklicher Ehrgeiz: Alle Manager träumen davon gross herauszukommen oder viel zu verdienen. Manche engagieren sich auch dafür.

Bescheidenheit: Bescheidenheit ist eine wichtige Anforderung, nur ist sie auch zweischneidig. Man stelle sich die bescheidene Führungskraft vor, aber keine(r) merkt das.

Offenheit: Zweifler sind erfolgreicher. Besonders in turbulenten Zeiten gilt es, offen zu bleiben.

Mut: Mut wird selten mit Führungskräften in Verbindung gebracht und doch brauchen wir mehr mutiges Marketing.

Verbindlichkeit: Viele Manager schwadronieren, aber die Mitarbeiter und Kunden brauchen verbindliche Führungskräfte.

Verlust der Emotion: Sind gute Manager analytisch, sachlich oder einfach effektiv und effizient? Seltsam – applaudieren wir Führungskräften, die ihre Gefühle kontrollieren oder verlieren?

Unternehmer gefordert: Besonders erfolgreiche Unternehmer fordern häufig mehr Unternehmer als Manager. Nur beobachte ich, dass starke Unternehmer selten Unternehmer in ihrem Betrieb fördern. Zudem verkaufen sie ihre Betriebe oft an Konzerne, die verschiedenste Bereiche dann managen.

Unternehmer stützen sich auf ihre Aufbauarbeit und ihren Besitz. Naturgemäß können Besitzer über ihr Unternehmen mehr entscheiden, als Angestellte. Manager brauchen unternehmerische Voraussetzungen und Spielräume, um sich in dieser Richtung zu entwickeln. Wenn sie laufend Rechenschaft ablegen müssen, können sie sich nicht entfalten.

 

Text_Prof. Dr. Christian Belz, Ordinarius für Marketing an der Universität St. Gallen und Geschäftsführer des Instituts für Marketing

Gedanken über Optimismus und Persönlichkeit
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Prof. Dr. oec. Christian Belz ist Ordinarius für Marketing an der Universität St. Gallen (HSG) und seit 1991 Direktor des Instituts für Marketing und Handel (IMH). und Mitherausgeber der Marketing Review St. Gallen. Die Kompetenzzentren des Instituts sind: Business-to-Business, Hightech Marketing und Marktbearbeitung, Markenführung, Distribution und Kooperation, Internationales Handelsmanagement (Gottlieb Duttweiler Lehrstuhl), Marketingplanung und –controlling.

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