| M-Commerce
18. November 2011 | 2422 Artikelaufrufe

M-Commerce: Neue Perspektiven für den Handel?

Die Idee des M-Commerce liegt darin, Informationen über mobile Anwendungen zu verbreiten und auf diesem Wege Geschäftsabschlüsse zu erzielen. Der aktuelle TNS CONVERGENCE MONITOR zeigt, dass die mobile Internetnutzung im vergangenen Jahr stark an Bedeutung zugenommen hat.

Inzwischen gehen 26 Prozent der 14- bis 64-Jährigen privaten Mobilfunknutzer mit ihrem Handy online. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die zunehmende Verbreitung internetfähiger Handys und die sinkenden Kosten für die Datenübertragung. Befragt nach der bevorzugten mobilen Anwendung, so liegt bei den Nutzern das Abrufen von E-Mails mit 68% weit an der Spitze. An zweiter Stelle wird das Abrufen von Produktinformationen genannt (37%) und das Thema Online-Shopping erreicht 27%.

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Der Vorteil für mobile Shopping-Kunden liegt im Bequemlichkeitsaspekt. Produkt- und Preisinformationen können unterwegs abgerufen und miteinander verglichen werden. So optimieren die Anwender ihre persönliche Kaufent-scheidung.
Händler profitieren momentan vorwiegend von einem Imagegewinn. Insbesondere gegenüber einer jüngeren Zielgruppe kann sich der Anbieter hier zeitgemäß platzieren. Da der Kunde sich zur Nutzung mobiler Anwendungen in der Regel registrieren muss, bietet sich für den Händler zudem die Möglichkeit, wertvolle Kundendaten zu sammeln.

Über mobile Rabatt- und Gutscheinaktionen (Stichwort: Mobile Couponing) eröffnen sich zusätzliche Wege für Kundenbindung und Promotion.
Beim M-Commerce profitieren Händler zudem von den Nutzereigenschaften der jüngeren Anwender: hinsichtlich mobiler Zahlungsabwicklung, Registrierung und Angabe von persönlichen Daten bestehenden bei dieser Zielgruppe vergleichsweise geringe Vorbehalte.

Im Jahr 2010 wurden in Deutschland auf dem mobilen Wege bereits Waren im Wert von einer halben Milliarde Euro verkauft. Prognosen sagen einen Zuwachs von 600% in den kommenden drei Jahren voraus.

Die aktuelle Studie zum Thema Mobile-Shopping des Marktforschungsunternehmens ComScore zeichnet dagegen ein eher zurückhaltendes Bild. Demnach nutzten von März bis Mai nur 5,8 % aller Handynutzer in den fünf führenden europäischen Märkten (sogenannte EU5-Regionen Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien) Shopping-Seiten im mobilen Web. Am Shoppingaffinsten sind hierbei Smartphone-Nutzer: im Vergleich zu Mai 2010 stieg die Zahl der Smartphone-Besitzer, die auf Shopping-Seiten zugreifen, um 80%. Britische Online-Händler verzeichneten sogar einen Zuwachs von 163%. I

m Hinblick auf mobile Preisvergleiche und Schnäppchensuche liegt Deutschland über dem Durchschnitt der EU5-Regionen. 6,7% der deutschen Besitzer mobiler Endgeräte ab 13 Jahren haben Auktionsseiten aufgerufen. 6,5% haben Shoppingseiten aufgerufen und 5,4% vergleichen die Preise online.

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Für den stationären Handel bergen mobile Shopping-Lösungen Gefahren: das mobile Web ermöglicht Einzelhändlern zwar einerseits, eine bessere Beziehung zu ihren Kunden aufzubauen und über Local Services attraktive Angebote zu platzieren, andererseits ermöglichen die mobilen Geräte auch Zugriff auf Shopping-Seiten der Konkurrenz. So kann der Kunde noch während des Einkaufs Preise von verschiedenen Anbietern vergleichen und seine Kaufentscheidung zu Gunsten der Konkurrenz tätigen.

Über alle Märkte hinweg werden Shoppingseiten, Auktionsseiten und Preisvergleichsportale von Smartphone Besitzern vorwiegend über den integrierten Internet-Browser aufgerufen. Spezielle Applikationen (Apps) spielen hier eine untergeordnete Rolle.  Vor diesem Hintergrund sollten Händler sich zunächst darauf konzentrieren, ihre Webseite für die mobile Anwendung zu optimieren. Apps besitzen jedoch in der Regel eine leistungsfähigere Benutzeroberfläche, die zudem im Vergleich mit dem Webbrowser intuitiver bedient werden kann. Mit zunehmender Verbreitung mobiler Shoppinglösungen und deren Akzeptanz durch den Markt, werden auch Shopping-Apps an Bedeutung gewinnen.
Lesen Sie hierzu auch: Einkauf auf der grünen Wiese: Wie Sie sich Ihren Anteil am M-Commerce-Kuchen sichern

Text_Katja Mang, Vertriebszeitung

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Magistra Artium in Informationswissenschaft, Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik. Mehrjährige Erfahrung als Software Consultant sowie Projektmanagerin in IT-Projekten und EU Forschungsprojekten. Heute selbständig mit Schwerpunkt: Business Processes & Communication, Wissensmanagement, Web 2.0

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