| Mobile Webseiten, Apps
21. September 2012 | 2345 Artikelaufrufe

Mobile Webseite oder App fürs Unternehmen? – Eine Entscheidungshilfe

Die meisten Unternehmen betreiben heutzutage eine eigene, professionell gestaltete Webseite. Neben einer ansprechenden Außendarstellung eröffnen sich auf diesem Wege zudem zahlreiche Möglichkeiten zur Kundengewinnung und –bindung. Wer seinen Internetauftritt für mobile Endgeräte optimieren möchte, stellt sich unweigerlich die Frage: Mobile Webseite oder App?


Mit diesem Artikel möchten wir Ihnen eine Entscheidungshilfe an die Hand geben.

Die rasante Verbreitung der Smartphones hat den mobilen Applikationen (Apps) den Weg bereitet. Diverse App-Stores halten ein schier unüberschaubares Angebot an kostenfreien sowie kostenpflichtigen Applikationen bereit. Nach dem Download sind die jeweiligen Apps über Icons auf dem Smartphone verfügbar. Meist konzentrieren sich Apps auf ein bestimmtes Thema oder auf eine bestimmte Funktionalität. Apps werden speziell für die mobilen Betriebssysteme wie iOS, Google Android und Microsoft Windows Phone entwickelt.

Funktionen wie Telefonie, E-Mail, GPS oder Kamera können in eine App eingebunden werden. Daher ergeben sich zahlreiche Anwendungsbereiche. Insbesondere im Spielebereich ist die Performance von Apps im Vergleich mit webbasierten Lösungen höher. Denn nach dem Download der App kann diese verzögerungsfrei und häufig auch ohne Internetverbindung genutzt werden.


Apps für mehr Umsatz

Für Unternehmen ergeben sich durch ein eigenes App-Angebot folgende Vorteile: über Apps kann Umsatz generiert werden und sie bieten zudem umfassende Branding-Möglichkeiten.  Bevor jedoch User die eigene App downloaden, muss diese aufwändig beworben werden. Die schnelle technologische Entwicklung und die Vielfalt der Betriebssysteme erfordert zudem, dass Apps in mehreren Varianten entwickelt und stetig aktualisiert werden müssen.


Mobile Webseiten helfen Nutzern mobiler Geräte

Als Mobile Webseiten werden solche Webseiten bezeichnet, die komfortabel auf jedem mobilen Gerät über deren Browser genutzt werden können. Beim Aufruf einer mobilen Webseite wird der User als Handy-Nutzer erkannt und automatisch auf die mobile Version der Webseite umgeleitet. Die mobile Webseite ist dabei technisch und in Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit für die kleineren Displays der mobilen Endgeräte wie Smartphones und Tablet-PCs optimiert.

Mobile Webseiten enthalten ausgewählte Inhalte und weniger Grafiken, so dass die Ladezeit verkürzt werden kann. Der Vorteil einer mobilen Webseite liegt darin, dass sie von jedem internetfähigen mobilen Endgerät aufgerufen werden kann. Zudem gestaltet sich die Überführung einer bestehenden Webseite in eine mobile Version meist kostengünstiger als die Entwicklung einer App. Andererseits kann eine mobile Webseite noch nicht auf den vollen Funktionsumfang des Endgerätes zugreifen. Zudem muss eine Internetverbindung bestehen, um die Webseite nutzen zu können.


Mobile Webseite oder App? So finden Sie eine Antwort auf diese Frage

Beschäftigen Sie sich zunächst mit folgenden grundlegenden Fragestellungen:

  • Welchen Zweck soll die Applikation erfüllen? Welchen Mehrwert möchten Sie Ihrer Zielgruppe bieten? Definieren Sie die Zielsetzungen. Priorisieren Sie Ihre Überlegungen aus den Bereichen Business und Marketing.
  • Welche Eigenschaften zeichnet die Zielgruppe und damit die zukünftigen User aus? Über welche Erfahrungen im mobilen Umfeld verfügt Ihre Zielgruppe? Welche typischen Use Cases können Sie definieren? Wie oft tritt Ihre Zielgruppe mit Ihnen in Kontakt und welchen Aufwand betreibt sie dabei? Bedenken Sie, dass eine App voraussetzt, vom User gefunden und heruntergeladen zu werden.
  • Welches Budget steht Ihnen zur Verfügung? Die Entwicklung einer individuellen mobilen App, die auf verschiedenen Betriebssystemen funktioniert, ist meist kostenintensiver als das Aufsetzen einer mobilen Webseite.
  • Welche Folgekosten entstehen durch Wartung und Updates? Welcher Aufwand wird durch Updates auf Userseite generiert? Das Update einer mobilen Webseite verursacht denselben Aufwand wie die Überarbeitung der vorherigen, traditionellen Webseite. Wenn eine App aktualisiert wird, muss die neue Version in den entsprechenden Marktplatz eingestellt und vom User heruntergeladen werden.
  • Möchten Sie Ihre App kostenpflichtig oder kostenlos anbieten?

In einem mobilen Markt, der sich so rasant entwickelt, gibt es keine Garantien dafür, dass die Entscheidung, die Sie heute treffen auch morgen noch die richtige sein wird. Wenn Sie jedoch die Vor- und Nachteile Ihrer Möglichkeiten kennen, einen konkreten Nutzen für Ihre mobile Anwendung definieren und dabei die Erfahrungen und Erwartungen der Zielgruppe nicht aus den Augen verlieren, dann treffen Sie Ihre Entscheidung sicherlich auf einer erfolgversprechenden Basis.

Einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften von Mobilen Webseiten und Apps finden Sie in folgender Tabelle:

  Mobile Webseite App
Erreichbarkeit Kann von jedem mobilen Endgerät mit Internetbrowser angezeigt werden Kann von den Endgeräten angezeigt werden, für deren Betriebssystem die App entwickelt wurde
Grafiken und Effekte Beschränkt durch Bandbreite und Technologie Hohe Leistungsfähigkeit, Grafiken können lokal gespeichert werden. Effekten und Animationen werden nur durch die Rechenleistung des Endgerätes Grenzen gesetzt.
Zugriff auf Hardware –Funktionalitäten des Endgerätes Eingeschränkt. Die geografische Lokalisierungsfunktion des Endgerätes kann genutzt werden. Uneingeschränkter Zugriff, z.B. auf Kamera, Beschleunigungsmesser, Mikrofon, GPS usw.
Entwicklungsaufwand Entwicklung unter Verwendung von Standard Webentwicklungs-tools und –technologien möglich. Funktioniert nach der Entwicklung auf allen Endgeräten mit mobilem Internetbrowser. Wenn App für bestimmte Betriebssysteme entwickelt werden, ist der Einsatz von spezieller Entwicklungssoftware nötig. Apps sind auf den Betriebssystemen lauffähig, für die sie entwickelt wurden.
Entwicklungskosten Typischerweise, aber nicht immer, weniger kostenintensiv als App- entwicklung Typischerweise, aber nicht immer, kostenintensiver als mobile Webseite, insbesondere wenn eine Entwicklung für mehrere Betriebssysteme erfolgt.
Verbreitung Wird wie eine „traditionelle“ Webseite veröffentlicht und ist dann sofort verfügbar. Kann einen Übermittlungsprozess voraussetzen. User müssen die App downloaden und installieren, bevor sie sie nutzen können.
Installation Keine Installation erforderlich, da webbasiert. Download (z.B. von einem Marketplace) und anschließende Installation erforderlich.
Updates und Wartung Einfache Updates möglich. Updates sind nach einem „refresh“ des Browsers verfügbar. Erfordert u.U. erneuten Entwicklungsaufwand, Updates müssen vom User heruntergeladen werden.
Kostenpflichtig vs. Kostenlos Kostenpflichtige Anwendung schwierig. Kostenpflichtiger Einsatz einfach über verfügbare Marketplaces möglich.
Suchmaschinenoptimierung Kann durch Standardsuchmaschine aufgerufen werden. Wird typischerweise in einem Appstore oder über einen Link von einer Webseite aufgerufen.
Internetverbindung Erforderlich. Kann offline genutzt werden.

Abb.: http://www.adobe.com/newsletters/inspire/february2012/articles/article7/index.html

 

Fazit:

Die Frage „Mobile Webseite oder App?“ muss keine Entweder-oder-Entscheidung nach sich ziehen. Prüfen Sie die Zielsetzungen Ihres Unternehmens und definieren Sie nach einer kritischen Kosten-Nutzen-Analyse einen Investitionsrahmen. In vielen Fällen ist es sinnvoll, erst mit einer mobilen Webseite einzusteigen und bei entsprechender Besucherfrequenz und Nachfrage in Apps für die wichtigsten Betriebssysteme zu investieren. Welche Betriebssysteme Sie wählen, können Sie entweder in Abhängigkeit von der Zielgruppe oder von der allgemeinen Verbreitung des Betriebssystems entscheiden.

 

Quellen und Links:
http://www.adobe.com/newsletters/inspire/february2012/articles/article7/index.html

 

Text_Katja Rosner, Vertriebszeitung 

Mobile Webseite oder App fürs Unternehmen? – Eine Entscheidungshilfe
Bewerten Sie als erster diesen Artikel!

Print Friendly, PDF & Email

Magistra Artium in Informationswissenschaft, Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik. Mehrjährige Erfahrung als Software Consultant sowie Projektmanagerin in IT-Projekten und EU Forschungsprojekten. Heute selbständig mit Schwerpunkt: Business Processes & Communication, Wissensmanagement, Web 2.0

1 Responses

Schreiben Sie einen Kommentar