| Serie Saisonvertrieb
2. Dezember 2014 | 1719 Artikelaufrufe

Saisonvertrieb

Saisonvertrieb bei einem Nürnberger Lebküchner

Sie sind unterschiedlich, anspruchsvoll und folgen ihren eigenen Regeln: die Herausforderungen im branchenspezifischen Saisonvertrieb. Abhängig vom Saisonverlauf stehen unterschiedliche Herausforderungen auf der Tagesordnung: Neben der engen Produktionsplanung bei ausgelasteten Kapazitäten stellt besonders die Einhaltung der Lieferfristen eine ganz besondere Herausforderung zu Hochzeiten dar.

Weihnachten – Jetzt geht es rund!

Passend zur Jahreszeit widmen wir uns in unserem aktuellen Interview dem Charakter des saisonalen Verkaufs von Delikatessen, kurzum, dem Vertrieb von winterlichem Lebkuchengebäck aus Nürnberg. Trotz des Weihnachtsstresses stand uns Michael Witte, Geschäftsführer von Witte Spezialitäten, Rede und Antwort. 

Herr Witte, ist das saisonale Geschäft einfacher?

MW: Ja, es ist insofern einfacher, als dass sich ab Mitte November das Weihnachtgefühl verbreitet und sich die Kunden in hohem Maße mit Weihnachtsgebäck identifizieren und aktiv nachfragen. Wir liefern das geschmackliche Erlebnis zur emotionalen Haltung. Es ist das gleiche Prinzip, das die Nachfrage nach Eis in den Sommermonaten bestimmt. Das saisonale Geschäft birgt aber auch Herausforderungen, denn wir müssen kurzfristig zuverlässiges Personal finden und Ressourcen erweitern, so dass wir unsere Produktion überhaupt in Gang halten und auch termingerecht liefern können. Da kann es schon einmal zu kurzfristigen Engpässen einzelner Sorten kommen.

Wie unterscheidet sich der Verkauf von Spezialitäten und Backwaren vom klassischen Konsumgütervertrieb?

MW: Unsere Produkte sind absolut einmalig. Im Gegensatz zu Brötchen, Wasser oder Kaffee bietet Witte Lebkuchen aufgrund unseres traditionellen Rezepts ein sehr spezielles Genusserlebnis – und auch nur das möchten unsere Kunden erleben. Daher kaufen Sie Witte. Wir stellen Liebhaber-Produkte her.

Welche Verkaufskanäle nutzen Sie online und offline?

MW: Hier unterscheiden wir uns kaum vom klassischen Konsumgütervertrieb: Auch wir bieten unsere Produkte im stationären Handel an, betreiben in Nürnberg sogar ein eigenes Ladengeschäft. Mit Hilfe unseres Internet-Shops haben wir uns auch bei unseren Nicht-Geschäftskunden über die Grenzen Frankens hinweg bekannt gemacht. Zudem spielt Mobile-Shopping über Tablets und Smartphones eine immer größere Rolle. Wir merken, dass hier die Umsätze deutlich wachsen. Hier macht der Wandel der Shopping-Gewohnheiten auch vor Traditionsprodukten nicht halt. Wir informieren unsere Kunden mit Hilfe von facebook und E-Mail-Newslettern über aktuelle Produkte und Aktionen.

Darüber hinaus bieten wir im stationären Handel, Telefon– und Katalogvertrieb unsere Spezialitäten an. Ein wesentlicher Bereich ist für uns die Individualisierung von Lebkuchenpräsenten für Großkunden.

Wie gestalten Sie den Vertrieb außerhalb der Saison?

MW: In dieser Zeit etablieren wir innovative Artikel wie beispielsweise Sommerlebkuchen. Diese verkaufen wir über unsere Online-Verkaufskanäle wie Online-Shop und Mobile-Shopping und im stationären Handel. Die Prinzipien von „Traditionsprodukt“ und „regionale Spezialitäten“ funktionieren auch außerhalb des Saisonvertriebs. Der Fokus jedoch liegt klar auf den Weihnachtsprodukten.

Welches ist Ihr Lieblingsprodukt aus dem Hause Witte Spezialitäten?

MW: Unsere Sommerlebkuchen – die habe ich auch selbst kreiert. Unsere Verkaufsstars sind die Elisenlebkuchen und das Lebkuchenkonfekt.

 

Zum Unternehmen

Die Geschichte des Familienunternehmens reicht zurück bis ins Jahr 1935. Damals gründete Bäckermeister Ludwig List mit seiner Ehefrau Marie eine kleine Bäckerei am Nürnberger Burgberg. Neben Brot und Brötchen wurden dort bereits die ersten Elisen-Lebkuchen hergestellt. 2007 übernahm Enkel Michael Witte den Betrieb, gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Daniel, der 2010 ins Familienunternehmen eintrat. Gemeinsam führen den Betrieb fort und bleiben dabei der handwerklichen  Tradition treu, die seit jeher den besonderen Geschmack ihrer Produkte bedingt.

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Die Redaktion der Vertriebszeitung.de

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