| E-Learning
5. September 2014 | 2264 Artikelaufrufe

Selbstbestimmtes E-Learning

Selbstbestimmtes E-Learning beschleunigt den Vertrieb

Bei den im Vertrieb häufig sehr eng getakteten Terminplänen ist selten Zeit für Präsenzseminare vorhanden. Stattdessen punkten Lernkonzepte wie „Five@5“. Was so viel bedeutet, wie täglich um 17 Uhr fünf Minuten lernen. Das ist vor allem für den Außendienst interessant, der fernab der Zentrale arbeitet und sein Geld nicht im Seminar, sondern beim Kunden verdient.

Kurzvideos als lösungsorientierte Lerneinheiten

„Der Trend geht deutlich zum lösungsorientierten Lernen, das gerade in Vertrieb und Außendienst seine Stärken ausspielen kann“, beobachtet Kerstin Stengel vom global agierenden E-Learninganbieter Skillsoft. Stehen etwa wichtige Gespräche mit schwierigen Kunden oder Meetings über neue Verkaufskampagnen an, können sich Vertriebler im Vorfeld Checklisten herunterladen und ein entsprechendes zwei- bis fünfminütiges Kurzvideo anschauen, das die Problematik des Termins behandelt. Und dann die Erkenntnisse daraus gleich anwenden. Zum Beispiel: „Mit aggressiven Menschen zusammenarbeiten“ oder „Gute Kundenbeziehungen durch Sales-Service“.

Selbstbestimmtes Lernen bietet Flexibilität

Dieses an Alltagsproblemen orientierte Lernen ist durch alle Branchen hindurch im Trend: „Priorität hat bei uns das Lernen am Arbeitsplatz“, sagt etwa Hansruedi Sibler, Teamleiter IT-Training und e-Learning bei der Zurich in der Schweiz. Die Weiterbildung sei praxisnäher, das Tagesgeschäft wird nicht unterbrochen, und vor allem bevorzugten und schätzen die 1400 Kundenberater eine flexible Weiterbildungszeit. Da ihr Einkommen provisionsabhängig ist, bevorzugen sie eigenverantwortetes Weiterbilden.

In diesem Umfeld kann e-Learning seine Vorteile gegenüber Präsenztrainings optimal ausspielen. Sibler prognostiziert deshalb, dass der e-Learning-Anteil an der Weiterbildung von derzeit 40 auf bis zu 80 Prozent steigen wird. Wichtig für den Erfolg dieser Lernmethode sei eine Lernsoftware, die die Angestellten leicht handhaben und inhaltlich gut verstehen können. Die Zurich bietet mehr als 70 Lernmodule von Skillsoft aus dem Office-Bereich an. Das Produktsortiment wird mit branchenspezifischen Kursen ergänzt, die zusammen mit dem Schweizer Versicherungsverband und der Bonner Akademie etwa für Bereiche wie Sozialvorsorge oder Digitale Telefonie produziert werden.

Dazu kommen etwa 20 unternehmensspezifische Kurse, die für den internen Gebrauch im Firmendesign erstellt wurden. In diesen hauseigenen Lernmodulen werden den Mitarbeitern Themen zu Anlagefonds, Host-Handling oder Hausratsversicherung in deutsch, französisch und italienisch für das Selbststudium aufbereitet.

Auch bei Sysmex Europe setzt die Kundenbetreuung genau deshalb auf die Weiterentwicklung des firmeninternen e-Learning. Der Grund: Die Europazentrale des japanischen Medizingeräteherstellers betreut vom norddeutschen Norderstedt aus 45 Länder von Skandinavien bis Südafrika und Israel, in denen verschiedenste Analysegeräte und Softwarelösungen zur Blut- und Urinmessung in Kliniken und Praxisgemeinschaften vertrieben werden.

E-Learning optimal für Vertrieb

Die hoch qualifizierten Vertriebler und Techniker sind prädestiniert für das selbstbestimmte e-Learning am Bildschirm mit Maus und Headset. Zu kurz sind die Intervalle, in denen sich gesetzliche Bestimmungen in den einzelnen Ländern ändern. Oder das japanische Mutterhaus neue Produktgenerationen entwickelt. Und deren Handling, Besonderheiten oder Wettbewerbsvorteile in bis zu zehn Sprachen kommuniziert werden müssen. Es ist nichts Neues: Vor allem im Vertrieb mit seinen vielerlei technischen, psychologischen und methodischen Aspekten lernen Mitarbeiter selten aus.

Selbstbestimmtes E-Learning beschleunigt den Vertrieb
Bewerten Sie als erster diesen Artikel!

Print Friendly, PDF & Email

Daniela Reichart, Jahrgang 1986, ist Wirtschaftsjournalistin. Bereits während ihres B.A. Studiums für Germanistik und Politikwissenschaft arbeitete sie bei Zeitungen, absolvierte Praktika sowie Volontariat und arbeitet heute für unterschiedliche Fachmagazine mit technischem und wirtschaftlichem Schwerpunkt.

Schreibe einen Kommentar