| Social Media + Multimedia, Prozessoptimierung
15. März 2013 | 2158 Artikelaufrufe

Versicherungsvertrieb setzt auf High-Tech

Insgesamt nimmt die Bedeutung der IT-Unterstützung für den Vertrieb in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungs- branche weiter zu. Bessere Integration und Prozess-Optimierung werden dabei von Branchenexperten als besonders wichtig erachtet.

Auch Social Media und Multimedia-Anwendungen liegen im Trend. Endkunden-Apps und Video Conferencing werden hingegen für den Vertrieb in dieser Branche weniger Bedeutung beigemessen. Dies ist das Ergebnis einer Expertenbefragung des Software-Lösungsanbieters BISS GmbH zu den IT-Trends am Point of Sale vom Dezember 2012.


Bessere Integration und Prozessoptimierung

Als wichtigste Trends werden klassische und neue Themen aus der Prozessoptimierung – sowohl nach innen als auch nach außen – gesehen. Mehr als 95% der Befragten benennen dabei die stärkere Verzahnung von Kundenservice und Vertrieb bzw. Außendienst (intern) als den Top-Trend. Gleich im Anschluss folgt die zunehmende Bedeutung von externen Schnittstellen und Prozessoptimierung nach außen, speziell im B2B-Geschäft. Mindestens vier Fünftel der Befragten beurteilen Ansätze wie die Risikoprüfung am Point of Sale zur Optimierung der internen Prozesse und als Voraussetzung zur Integration der Policierung in den Verkaufsprozess oder die Integration von Services in die Verwaltungsprogramme der Makler als wichtige Trends. 


Social Networks und Multimedia im Aufwind

Den größten Bedeutungszuwachs aller Trends konnte die Nutzung und Integration von Social Media im Kundenmanagement verzeichnen. 80 % der Befragten – und damit ein über doppelt so hoher Anteil wie im Vorjahr – messen Facebook, Google+, Twitter, Xing & Co. diese Bedeutung bei. Wie diese Nutzung bzw. Integration konkret aussehen könnte, wurde im Rahmen der BISS-Studie nicht abgefragt.

Bereits fest etabliert haben sich Multimedia-Anwendungen, zum Teil mit interaktiven Komponenten. Nach wie vor schreiben fast 80 % der befragten Branchenkenner Online-Multimedia-Inhalten große Bedeutung für die Information und Beratung zu. Neu ist, dass sogar 70 % der Experten Multimedia-Inhalte auch offline bzw. in der persönlichen Beratung und Information für wichtig halten.


App-Euphorie geht zurück

Den stärksten Einbruch hatten Apps für (End-)Kunden in der Beurteilung der Branchenexperten zu verzeichnen: Nur noch ein gutes Viertel der Befragten sah solche Apps als wichtigen oder sehr wichtigen Trend an – ein Rückgang um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr. Als Ausnahme können hier lediglich mobile Kunden-Apps für den Schadenfall gesehen werden: Immerhin zwei Drittel der Befragten beurteilen diese noch als wichtigen Trend. BISS gibt aber in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass gerade bei Schaden-Apps die Download- und Nutzungszahlen oft deutlich voneinander abweichen sollen.

Den Apps für Außendienstmitarbeiter wird unterschiedliche Bedeutung beigemessen: Von über 80 % der Befragten werden Außendienst-Apps in der Kundenberatung als wichtig erachtet. Hingegen sind es bei Profi-Apps für CRM oder Schadenfälle nur etwa zwei Drittel.


Zurückhaltung bei Video Conferencing

Die Bedeutung von Videokonferenz-Tools, wie z.B. Google+ Hangout, Facebook Videochat oder Skype, zur ortsunabhängigen Beratung wurde in dieser Studie erstmals abgefragt. Sie liegt mit einer Bewertung von 60% niedriger als die Social-Media-Integration generell. Laut BISS werden solche Anwendungen in einigen Versicherungsunternehmen für den Einsatz von Vertriebsspezialisten getestet. Zum einen sieht der Lösungsanbieter hier mögliche Effizienz- und Kostenvorteile; zum anderen weist er auf offene Fragen wie Dokumentationsverfahren, Einbindung in den Verkaufsprozess und die allgemeine Akzeptanz beim Kunden und Vertreter hin, die noch zu klären seien.

 

Online oder offline?

Bei der Frage, ob Außendienstanwendungen lieber nur online oder hybrid (zumindest teilweise auch offline) zur Verfügung stehen sollten, entscheiden sich – je nach Funktion – zwei Drittel bis drei Viertel für hybrides On- und Offline.

Über die Studie:

Die Studie „IT-Trends am Point of Sale 2013“ in der Versicherungswirtschaft ist eine im Dezember 2012 zum zweiten Mal durchgeführte Expertenbefragung der BISS GmbH. Teilnehmer waren 45 Experten aus Versicherungs-, Vertriebs- und Beratungsgesellschaften aus den Funktionen Vertrieb, Marketing und IT/BO. Zwar ist die Studie aufgrund der geringen Anzahl der Befragten nicht repräsentativ; dennoch lassen sich aus den Ergebnissen Trendaussagen für diese Branche ableiten. Quelle: BISS GmbH, http://www.biss-net.com

 

Text_Esther Lenssen, vertriebszeitung

Bild: © Gerd Altmann_Shapes_AllSilhouettes.com, pixelio

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Betreut als Kommunikations-Expertin mit ihrem Unternehmen Lenssen Media Kunden bei deren Sales- und Marketing-Fragestellungen, sowohl im B2B- als auch im B2C-Umfeld. Zuvor 15 Jahre Erfahrung als Marketingleiterin, International Marketing Manager, Product und Brand Manager mit deutschen und internationalen Vertriebsteams. Branchen-Erfahrung in den Bereichen IT, Logistik, Publishing und Unternehmensberatung.

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