| Auto-Ausstattung
16. März 2014 | 7428 Artikelaufrufe

Was gehört ins Auto eines Vertriebsaußendienstlers?

Ist das Mitführen einer Warnweste Pflicht? Muss man einen Verbandkasten dabei haben? Was gehört zur Pflichtausstattung? Welche Länder-spezifischen Unterschiede gibt es? Was sollte man sonst noch ins Auto packen? Was raten die Automobilclubs? Was meinen erfahrene Außendienstler?

Als Fahrer eines gewerblich genutzten Fahrzeugs gibt es eine ganze Reihe von Dingen, von denen es sinnvoll erscheint, sie ins Auto zu packen. Manches ist gesetzlich oder durch andere Regelungen vorgeschrieben. Anderes ist zwar keine Pflicht, erhöht aber die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer. Und wieder anderes ist einfach praktisch. Wir starten hier für Sie mit der Pflicht* und gehen dann zur Kür über.

Warndreieck und Verbandkasten sind in Deutschland Pflichtausstattung

Hierbei gibt es keine Unterschiede zwischen Privatfahrzeugen und gewerblich genutzten Fahrzeugen

In Deutschland muss in Fahrzeugen laut § 53a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ein Warndreieck zur Absicherung von Unfall- oder Pannenstellen mitgeführt werden. In der Türkei, Estland oder Zypern brauchen Sie sogar zwei Warndreiecke pro Fahrzeug. (Weitere hilfreiche Informationen über Mitführpflichten in Europa finden Sie unter dem ÖAMTC-Link am Ende dieses Artikels.)

Das Mitführen eines Verbandkastens bzw. eines Verbandkissens oder einer Verbandtasche im Auto ist in Deutschland Pflicht. Seit 1. Januar 2014 gilt hierfür eine geänderte DIN-Norm. Verbandkästen nach bisherigem Recht dürfen noch das ganze Jahr 2014 verkauft werden. Nach § 35h Absatz 4 StVZO ist jeder Verbandkasten zulässig, der den Zweck zur Erste-Hilfe-Leistung ausreichend erfüllt. Deshalb darf auch über das Jahr 2014 hinaus der alte Verbandskasten bis zum Erreichen seines Verfallsdatums verwendet werden.

Es gilt nun DIN 13164 (Stand: Januar 2014). Gegenüber DIN 13164 (Stand: Januar 1998) wurde  der vorgeschriebene Inhalt basierend auf den aktuellen medizinischen Erkenntnissen angepasst.

Neu aufgenommene Inhalte:

  • 1 14-teiliges Fertigpflasterset
  • 1 Verbandpäckchen K
  • 2 Feuchttücher zur Hautreinigung 

Weggefallen sind:

  • 1 Verbandpäckchen M
  • 1 Verbandtuch BR
  • 4 Stück Wundschnellverband DIN 13019-E 10 x 6
  • Mullbinden als Alternative für Fixierbinden

Einige Teile des Verbandkastens unterliegen einem Verfallsdatum. Bei Erreichen des Verfallsdatums müssen alle abgelaufenen Artikel ausgetauscht werden.

Warnweste wird ab Juli 2014 ebenfalls Pflicht

Bei der Warnweste gab es in der Vergangenheit Unterschiede zwischen der Fahrt im privaten und im gewerblich genutzten Fahrzeug. Laut ADAC besteht aber nun auch in Deutschland ab 1. Juli 2014 eine allgemeine Warnwestenpflicht. Das heißt, dass in jedem Fahrzeug eine Warnweste mitgeführt werden muss, und zwar unabhängig von der Zahl der mitfahrenden Personen. Die Weste kann rot, gelb oder orange sein und muss der DIN EN 471 bzw. der EN ISO 20471:2013 entsprechen. Diese Regelung gilt für alle in Deutschland zugelassenen Pkw, Lkw und Busse, jedoch nicht für Motorräder und Wohnmobile. Bei einer Kontrolle ist der Fahrer verpflichtet, die Weste vorzuzeigen und ggf. zur Prüfung auszuhändigen. Wer gegen diese Regelung verstößt, muss mit einem Verwarnungsgeld rechnen.

In einem gewerblich genutzten Fahrzeug (auch Pkw) ist das Mitführen einer Warnweste auch heute schon durch die Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltung (BGF) vorgeschrieben. Unternehmer müssen maschinell angetriebene Fahrzeuge mit Warnwesten für mindestens einen Versicherten ausrüsten. Würden Sie regelmäßig mit einem Beifahrer unterwegs sein, müssten Sie entsprechend zwei Warnwesten dabei haben.

Wenn Sie vertrieblich mit dem Auto im Ausland unterwegs sind, vergewissern Sie sich am besten jeweils vor der Fahrt über die im jeweiligen Land geltenden Regeln (z.B. beim ADAC unter dem Link unten). In Frankreich müssen beispielsweise alle Mitfahrer, die im Fall einer Panne oder eines Unfalls das Fahrzeug verlassen, eine Warnweste tragen. Sonst drohen Geldbußen von mindestens 90 Euro.

Ob schon Pflicht oder noch nicht: Eine Warnweste erhöht beim Verlassen des Autos im Fall einer Panne oder eines Unfalls deutlich Ihre Sichtbarkeit und damit Ihre Sicherheit, vor allem nachts und bei schlechten Sichtverhältnissen. Es ist sinnvoll, die Warnweste im Autoinnenraum griffbereit aufzubewahren.

Von Vertriebskollegen empfohlen

Abgesehen von der Pflichtausstattung interessierten uns auch weitere Dinge, die Vertrieblern unterwegs nützlich sein können. Dazu haben wir Außendienstler befragt. Diese erwähnten zum einen Umweltplaketten und Autobahnvignetten. Zum anderen gaben Sie uns viele weitere Tipps zu den Themen „Autozubehör“ und „Praktisches & Persönliches“:

Autozubehör

  •   Reserverad
  •   Wagenheber, Radmutternschlüssel
  •   Arbeitshandschuhe
  •   Universal-Werkzeugset (Schraubendreher, -schlüssel, Zange)
  •   Taschenlampe
  •   Satz Glühlampen (Pflicht in einigen EU-Ländern)
  •   Starthilfekabel
  •   Abschleppseil oder -stange
  •   Feuerlöscher
  •   Nothammer/Gurtmesser
  •   Navigationssystem
  •   Radio mit Verkehrsfunk
  •   Parkscheibe
  •   Eiskratzer
  •   Handfeger
  •   Fahrzeug-Bedienungsanleitung
  •  ggf. Reservekanister

Praktisches & Persönliches

  •  Wasser (Kanister und Trinkflaschen)
  •   Rolle Papiertücher und Toilettenpapier
  •   Papiertaschentücher
  •   kleine Reiseapotheke (z.B. Kopfschmerztabletten)
  •   Schuhputzzeug
  •   haltbare Snacks (Müsli-Riegel, Cracker, Kekse, …)
  •   Getränkehalter
  •   Thermostasse oder -kanne
  •   Kühlbox
  •   Extra-Vorrat Visitenkarten
  •   Lieblingsmusik, Hörbücher, Lernmedien
  •   Putzlappen
  •   Decke
  •   Sonnenbrille, Brillenputztuch
  •   Ladegeräte (z.B. fürs Handy)
  •   Stift und Notizbuch


Die Vertriebszeitung wünscht Ihnen gute Fahrt!

*Stand: 16.03.2014  Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Informationen im obigen Artikel zwar sorgfältig recherchiert wurden, aber keine rechtliche Beratung darstellen und dass wir keine Gewähr für die Inhalte bzw. deren Vollständigkeit übernehmen.

Diese Stellen können Ihnen beispielsweise mit den für Sie gültigen aktuellen Informationen helfen: Ihre Berufsgenossenschaft, der Träger Ihrer Unfallversicherung, Ihr Automobilclub, Ihr Fuhrparkmanagement.

Was gehört ins Auto eines Vertriebsaußendienstlers?
Bewertung: 3

Print Friendly, PDF & Email

Betreut als Kommunikations-Expertin mit ihrem Unternehmen Lenssen Media Kunden bei deren Sales- und Marketing-Fragestellungen, sowohl im B2B- als auch im B2C-Umfeld. Zuvor 15 Jahre Erfahrung als Marketingleiterin, International Marketing Manager, Product und Brand Manager mit deutschen und internationalen Vertriebsteams. Branchen-Erfahrung in den Bereichen IT, Logistik, Publishing und Unternehmensberatung.

Schreiben Sie einen Kommentar