| Special M-Commerce: Teil 3, Trends und Perspektiven 
7. September 2012 | 2160 Artikelaufrufe

Welchen Herausforderungen muss sich der Handel jetzt stellen?

Der Mobile Commerce Guide der Firma Sybase verhilft Unternehmen, die sich mit dem Thema M-Commerce beschäftigen, zu neuen Erkenntnissen. In der zweiten Ausgabe des Mobile Commerce Guides zeigen Branchenexperten und Vordenker Best Practices und Erfahrungen im Zusammenhang mit der Einführung von Mobile Commerce auf. Zudem skizziert das Handbuch aktuelle Herausforderungen, die der Mobile Commerce mit sich bringt.

Die veröffentlichten Beiträge umfassen Artikel von internationalen Banken, IT und Telekommunikations-Dienstleistern sowie der Mobile Marketing Association.

Der Mobile Commerce Guide beantwortet unter anderem die Frage, wie Einzelhändler aus der starken Verbreitung der mobilen Endgeräte den größtmöglichen Nutzen ziehen können. Denn: „Mobiltelefone verändern die Art und Weise, wie Einzelhändler, Lieferanten und Verbraucher kommunizieren und Geschäfte machen“. Über mobile Endgeräte sind Kunden für Einzelhändler zeit- und ortsunabhängig erreichbar.

Eine Revolutionierung des Einzelhandels durch M-Commerce sieht der Sybase Guide durch folgende Tatsachen begründet:

  • Es ist möglich, jederzeit und an jedem Ort Kontakt zu den Verbrauchern aufzunehmen.
  • Ein Geschäft oder Produkt kann lokalisiert werden.
  • Im Geschäft können gezielt Rabatte und Gutscheine angeboten werden.
  • Genaue Produktinformationen können zur Verfügung gestellt werden.
  • Umsatzsteigerungen sind bei gleichzeitig geringeren Preisabschlägen möglich.
  • Mit den Verbrauchern kann über Preise verhandelt werden.
  • Zahlungsalternativen, die die Kosten senken und zudem bequemer sind, können angeboten werden.

M-Commerce kann den Verkaufsprozess somit vielfältiger und dynamischer gestalten. Zusätzliche Kundenkontaktpunkte stehen zur Verfügung. Aber: Mobile Shopper stellen hohe Anforderungen an das mobile Shoppingangebot, beispielsweise hinsichtlich schneller Ladezeiten, hoher Verfügbarkeit und sicherer Zahlungsmethoden.

Langsame Response-Zeiten hemmen den Mobile Commerce

Lange Lade- und damit Wartezeiten schrecken Kunden beim Online-Kauf ab. Hier verschenken viele Händler beim Mobile Commerce Umsatzchancen. Auch an weiteren Punkten wie unbefriedigender Verfügbarkeit des Angebotes, besteht beim Mobile Commerce Handlungsbedarf. Insbesondere Tablet-PC-User stellen hohe Anforderungen an Ladegeschwindigkeiten.

Dies ergab eine weltweite Studie die das Marktforschungsunternehmen Equation Research Anfang des Jahres im Auftrag von Compuware durchgeführt hat. Demnach erwarten 70% der Tablet-PC-User, dass eine Webseite innerhalb von 2 Sekunden geladen ist. 40% haben jedoch Probleme, wenn sie Webseiten von ihrem Tablet-PC aufgerufen haben. Rund ein Drittel der Befragten tätigt keine Einkäufe über Webseiten, mit denen Probleme aufgetreten sind. Langsame Ladezeiten sind dabei mit 66 Prozent die am häufigsten genannte Schwierigkeit, gefolgt von Abstürzen (44 Prozent) und Problemen mit Funktionen (42 Prozent) oder Webseiten-Formaten (40 Prozent).

Tablet-Nutzer stellen hohe Erwartungen an einwandfreie Funktionalität von Webseiten und Transaktionen. Diesen Erwartungen liegen unter anderem Kauferfahrungen am PC in schnellen Online-Shops wie Amazon zugrunde.

Hohe Anforderungen an Mobile-Payment-Standards

Die ComScore-Studie kommt zu folgendem Ergebnis, dass die Verwendung von Mobilgeräten für Zahlungen dem Marketing hinterher hinkt. Im Jahr 2012 ist damit zu rechnen, dass Mobile Payment in den Fokus rückt. Schließlich haben Google und PayPal den Mobile-Payment-Bereich betreten, und Visa hat im August 2011 bekannt gegeben, dass EMV-(Chip-and-Pin-)Sicherheit bis 2013 (in den USA) erforderlich sein wird. Zahlungen über das Telefon lassen sich mit Zusatzservices kombinieren, um den Umsatz zu steigern, Transaktionszeiten zu verkürzen und die Kundentreue zu stärken.“ 

Auch der stationäre Handel kann den raschen Technologiefortschritt im Bereich der mobilen Endgeräte dazu nutzen, Prozesse zu optimieren und Umsatzsteigerungen zu generieren. Mobiltelefone können konsumentenseitig problemlos innerhalb einer Filiale dazu genutzt werden, Produkte zu suchen, Produktinformationen sowie Sonderangebote oder Rabatte abzurufen.

Mobile Points of Sale (POS)

Laut ComScore haben Urban Outfitters und Nordstrom mobile Points of Sale (POS) eingeführt und so neue Möglichkeiten geschaffen, Kunden überall in der Filiale zu bedienen und Geschäfte abzuschließen. Demnach scannen die Mitarbeiter jedes Produkt einfach mit der Handy-Kamera, durchsuchen sofort den Bestand aller Filialen und das Lager nach den gewünschten Farben und Größen, schließen den Verkauf ab und lassen die gewünschte Ware direkt zum Kunden

nach Hause liefern. „Dieses Tool macht die Papierprozesse überflüssig, die mit Transfers von Geschäft zu Geschäft verbunden sind, und reduziert die Zahl der Preisnachlässe, die aufgrund falscher Angebotspräsentation in den Filialen häufig vorgenommen werden müssen.“

Fazit:

M-Commerce eröffnet nicht nur neue Möglichkeiten für den Handel, sondern stellt diesen auch vor neue Herausforderungen. Verbraucher stellen hohe Anforderungen an Verfügbarkeit und Ladezeit von Online-Angeboten sowie an sichere Bezahlsysteme. Wer hier aktuelle Standards nicht erfüllt, verliert einen (potentiellen) Kunden schnell an die Konkurrenz!

 

Lesen Sie in den anderen beiden Teilen unseres Specials:

Teil 1: über die rasante Verbreitung der Smartphones und Tablet-PCs

Teil 2 wie Mobile Commerce die Endverbraucher beeinflusst 

 

 

Quellen und Linktipps:

Studie Mobile Commerce Guide 2012: Strategien für Finanzinstitute, Mobilfunkbetreiber und Unternehmen zur Realisierung von mCommerce Services in Industrie- und Schwellenländern
http://www.sybase.de/mobilecommerceguide-DE
Compuware-Studie; Nutzer von Tablet-PCs wollen schnell surfen
http://www.mobilebusiness.de/home/newsdetails/article/nutzer-von-tablet-pcs-wollen-schnell-surfen.html
Best Practice Mobile Commerce: Warum Amazons mobile Seite so schnell ist
http://t3n.de/news/mobile-commerce-amazons-mobile-383235/

 

Text_Katja Rosner, Vertriebszeitung

Bild: © Markus Wegner, pixelio

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Magistra Artium in Informationswissenschaft, Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik. Mehrjährige Erfahrung als Software Consultant sowie Projektmanagerin in IT-Projekten und EU Forschungsprojekten. Heute selbständig mit Schwerpunkt: Business Processes & Communication, Wissensmanagement, Web 2.0

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