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14. August 2015 | 2676 Artikelaufrufe

Mitarbeitermotivation

Wer für Geld kommt, geht für auch Geld: Geht Mitarbeitermotivation auch anders?

Talentierte, motivierte Mitarbeiter anziehen und langfristig an das Unternehmen binden: In Zeiten des Fachkräftemangels stellt das eine große Herausforderung dar. Doch geht es dabei immer nur um Geld? Nicht jedes Unternehmen hat den finanziellen Spielraum, mit üppigen Gehältern oder dicken Bonuschecks zu winken.

Vor allem in bestimmten Branchen wie dem Tourismus muss man sich in Sachen Motivation der Vertriebsmitarbeiter mehr einfallen lassen, als mit finanziellen Reizen zu locken. Denn: Die Tourismusbranche bildet in Sachen Einstiegsgehälter mit 27.000 Euro das Schlusslicht (Bruttojahresgehalt von Hochschulabsolventen 2011, Quelle: Statista 2015/Tui Cruises). „Man muss teuer bezahlen, dass es so viel Spaß macht“, sagt Michael Baden, Director Sales bei Tui Cruises.

Wer sich dennoch für eine Laufbahn im Tourismus entscheidet, hat dabei mehr im Auge als finanzielle Anreize.  „Überzeugt vom Produkt und Konzept“,  „Arbeitsklima, Kollegen, Team“ sowie „abwechslungsreiche Aufgaben und Gestaltungsfreiraum“ nannten Mitarbeiter bei einer internen Befragung 2014 als Gründe, für das 2008 gegründete Unternehmen Tui Cruises zu arbeiten. Weiche Faktoren, die auch Mitarbeiterin Stefanie Moormann überzeugen. Ursprünglich kommt sie aus einem ganz anderen Bereich: Moormann ist staatlich anerkannte Erzieherin. 2009 stieg sie als Tourguide auf der „Mein Schiff I“ ein. Den Dienst auf See hat die 36-jährige mittlerweile quittiert und an Land weiter Karriere gemacht.

Weiche Faktoren bieten oft einen Anreiz

Wer in den Tourismus bzw. den touristischen Vertrieb  einsteigt, der hat andere Beweggründe als den finanziellen Anreiz – auch wenn die Mitarbeiter nicht gänzlich darauf verzichten müssen: Es gibt für jeden einen Zielbonus. Der setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen, wird beeinflusst vom Unternehmensergebnis, der individuellen (Vertriebs)-Leistung und auch der Gästezufriedenheit.

Für Stefanie Moormann war vor allem die Sehnsucht nach der Ferne ausschlaggebend für den Einstieg in die Branche. „Ich wollte andere Länder und Menschen kennenlernen, den eigenen Horizont erweitern.  Aber auch meine sozialpädagogischen Fähigkeiten einzubringen“, erklärt sie. Da ist aber auch die stetige Expansion des Unternehmens und die damit verbundenen Jobmöglichkeiten – ob zu Wasser oder an Land. Die internen Entwicklungsmöglichkeiten sind ein wichtiger Teil der Mitarbeitermotivation und –bindung bei Tui Cruises. „Wer eine Perspektive hat, der bleibt“, so Michael Baden.

Möglichkeiten zur Weiterentwicklung motivieren

Zum einen würden die Mitarbeiter durch Weiterbildungsmöglichkeiten gefördert, zum anderen durch Aufstiegs- und Entwicklungschancen durch das Wachstum des Unternehmens. Genau das hat auch Stefanie Moormann angezogen. „Wenn man bei einer Firma anfängt, die sich gerade am Markt etabliert, kann man sich immer weiterentwickeln. Das hat bei mir bereits im ersten Jahr geklappt“, so Moormann. Noch auf See wird die Teamleiterin, wechselt dann in eine Position an Land und steigt auf der Karriereleiter noch ein Stück nach oben. Derzeit ist Moormann als Senior Shore Excursion Manager die Stellvertretung des Departement Heads.

Auch flexible Arbeitszeiten, das Ausleben der Kreativität, neue Lösungsansätze finden: All das ist für Stefanie Moormann Motivation und trägt zur Bindung an das Unternehmen bei. Zwar seien flexible Arbeitszeiten auf See nicht möglich: „Das erlauben die Abläufe an Bord nicht. Doch zu sehen, wie die Mitarbeiter heranwachsen, das die Destinationen erfolgreich bei unseren Gästen ankommen, das motiviert mehr als ein dicker Bonus“, ist Stefanie Moormann überzeugt. 

Wer für Geld kommt, geht für auch Geld: Geht Mitarbeitermotivation auch anders?
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Marketing-Kommunikations-Ökonomin (VWA). Mehrjährige Erfahrung im Vertrieb internationaler Fondsgesellschaften und in der Pressearbeit verschiedener Unternehmen sowie einer PR-Agentur für Finanz- und Wirtschaftskommunikation. Seit Mai 2009 selbständig als freie Journalistin und PR-Redakteurin für verschiedene Medien sowie Unternehmen aus der Wirtschaft tätig.

1 Responses

  1. nn@nn.de'

    So etwas kann auch nur von Personen kommen, die genug Geld haben/verdienen, und somit auch keine diesbezüglichen Sorgen!

    Wer trotz 40 Stunden Vollzeitjob am 20 des Monats schauen muss wie er überhaupt noch zur Arbeit kommt und wie noch etwas zu Essen auf den Tisch soll, der kann über solche irren Aussagen nur lachen ….

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