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12. Juni 2017 | 3391 Artikelaufrufe

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Wie Smalltalk gelingt: 5 Ideen, um in schwierigen Gesprächen souverän zu bleiben

Egal ob auf Messen, Vorträgen oder im Zug: Die Begegnung mit anderen Menschen lässt sich nicht vermeiden. Doch leider bleiben viel zu viele gerne unter sich. Entweder unterhalten sie sich mit Personen, die sie bereits kennen – oder „verstecken“ sich gar mit ihrem Smartphone in der Anonymität. Schade!

Denn genau so verpassen Menschen auch wertvollen Chancen auf eine nette Unterhaltung, einen Erkenntnisgewinn oder vielleicht sogar zukünftigen Geschäftspartner. So manche suchen nicht das Gespräch bzw. vermeiden es ganz bewusst, weil sie fürchten, sich zu blamieren. Nachfolgende fünf Ideen können helfen, in möglicherweise als schwierig empfundenen Gesprächssituationen souverän zu handeln:

1 Gesprächspartner wechseln

Oft ist man zwar in einen netten Smalltalk vertieft, möchte beispielsweise auf einer Veranstaltung aber noch mit mehreren Menschen ins Gespräch kommen. Wie wechselt man charmant den Gesprächspartner? Am besten ist es, sich von vornherein von dem Gedanken zu verabschieden, dass beim Smalltalk erwartet wird, die ganze Zeit mit dem gleichen Gesprächspartner zu verbringen.

Die meisten Menschen gehen auf Business-Veranstaltungen, um Kontakte zu knüpfen und sind froh, wenn sich immer mal wieder die Chance auf ein neues Gespräch ergibt. Warum nicht einfach sagen: „Es hat mich sehr gefreut, Sie kennengelernt zu haben. Was halten Sie davon, wenn wir unser Gespräch an einem anderen Ort fortsetzen? Hier ist meine Visitenkarte, vielen Dank für Ihre, ich mache Ihnen morgen einen Terminvorschlag.“ Oder: „Ich sehe da hinten einen meiner besten Kunden und möchte ihn gerne begrüßen. Sind sie einverstanden, wenn wir unser Gespräch ein andermal fortsetzen? Hier ist meine Visitenkarte …“.

Wichtig ist, verbindlich zu bleiben und am nächsten Tag tatsächlich einen Termin anzubieten. Dann bleibt man seinem Gesprächspartner sicherlich in guter Erinnerung.

2 Verabschieden

Wenn man merkt, dass das Gespräch nicht wirklich interessant ist oder einen der Gesprächspartner nicht weiterbringt, dann ist es Zeit, sich zu verabschieden. Smalltalk dient dazu, sich gegenseitig oberflächlich kennenzulernen. Und wenn schon an der Oberfläche nichts zu holen ist, dann ist es erlaubt, sich freundlich zu verabschieden. Gerne mit dem Hinweis, dass man sich noch etwas zu trinken holt oder das Buffet eröffnet ist und man sich jetzt dorthin begibt.

Oder man verweist, wie unter Punkt 1, auf einen Gesprächspartner, mit dem man noch sprechen möchte. Hier entfällt natürlich der Verweis auf eine Fortsetzung des Gesprächs. Einen Visitenkartentausch sollte man nicht ablehnen, jedoch wird hier der Kontakt nicht aktiv weitergeführt.

3 Desinteresse

Wenn offensichtlich ist, dass das Gegenüber kein Interesse am Gesprächsthema oder der eigenen Person hat, dann ist es sinnvoll, sich jede weitere Zeit zu sparen und mit oben genannten Verweisen auf Buffet/neue Gesprächspartner freundlich zu verabschieden. Der Visitenkartentausch sollte hier nicht aktiv angegangen werden. Auch ein freundliches „Ich schaue mich weiter um, vielen Dank für das Gespräch.“ Ist erlaubt. Wichtig ist, sich den Ruck zu geben und das für beide Seiten nicht besonders angenehme Gespräch zu beenden.

4 Gesprächspausen

Auch im besten Smalltalk gibt es Gesprächspausen. Diese eine Weile auszuhalten, kann dem weiteren Gespräch förderlich sein. Vielleicht gibt es gerade Interessantes zu sehen. Wird die Pause zu lange oder unangenehm, ist es angebracht, entweder ein neues Thema zu suchen oder mit den bekannten Strategien den Rückzug anzutreten. Aber: Dazwischen einmal fünf Sekunden lang zu schweigen, ist nicht schlecht! Möglicherweise kommen so beide Seiten mehr zum Denken – und thematisch dadurch noch mehr in die Tiefe.

5 Unbekannte Themen

Manch einer scheut den Smalltalk, weil er befürchtet, im Gespräch nicht mithalten zu können. Vielleicht hat man einen Experten vor sich oder ist das erste Mal auf einer Tagung zu einem Spezialthema. Für den Smalltalk sind Wissenslücken grandios – am besten gibt man zu, dass man sich bei diesem Thema nicht auskennt und bittet um Aufklärung. Der Gesprächspartner wird begeistert sein und gerne Erklärungen liefern.

Öfter als man denkt sind viele Menschen dankbar, wenn sie angesprochen werden. Denn sie sind erleichtert, dass jemand anders den ersten Schritt macht. Darum also: mutig einfach machen! Und so wie man Tanzen nur durch tanzen lernt, lernt man auf fremde Menschen zuzugehen und mit ihnen zu sprechen auch nur, indem man dies immer wieder tut.

Die Personen

Ehrlichkeit verkauft. Das ist das Credo des fünffachen Autors, Verkaufstrainers und Redners Oliver Schumacher. Seine Mission ist nicht nur, dass Unternehmen ihre vertrieblichen Ziele dauerhaft erreichen, sondern auch dass Verkäufer in Zukunft einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert genießen. Der Mittvierziger arbeitete selbst über 10 Jahre überdurchschnittlich erfolgreich im Verkauf für einen Markenartikler. Er ist Sprechwissenschaftler (M.A.) und Diplom-Betriebswirt (FH). www.oliver-schumacher.de

Julia Hayn, Diplom-Kulturwirtin und angehender Master of cognitive neuroscience (aon), ist seit fünf Jahren als selbständige Gedächtnistrainerin tätig. Sie gibt in Unternehmen und Universitäten praxiserprobte Methoden weiter, die den Berufsalltag einfacher und effizienter machen. Bei den Themen Namen merken, Ideen generieren, Präsentieren sowie dem Konzept Azubi+ wird deutlich, dass das „Gewusst-wie“ bei der Nutzung des Gehirns eine entscheidende Rolle spielt. www.die-gedaechtnistrainerin.de

Und… Action beim Elevator Pitch!

Wie Smalltalk gelingt: 5 Ideen, um in schwierigen Gesprächen souverän zu bleiben
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Oliver Schumacher steht für Ehrlichkeit im Verkauf. Der fünffache Buchautor ist exklusiv für Vertriebsabteilungen tätig, die sich bei ihren Kunden mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass die vor Vertragsschluss in Aussicht gestellten Ziele auch realisiert werden. Die Mission des Sprechwissenschaftlers und Betriebswirts ist es, dafür zu sorgen, dass die berufliche Tätigkeit des Verkaufens in Deutschland endlich einen besseren gesellschaftlichen Stellenwert genießt. Der Mittvierziger hält motivierende Vorträge und gibt wirksame Verkaufstrainings.

4 Responses

  1. Ihre Bücher habe ich nie gelesen, denn alle Ihre guten Ratschläge bringen nicht viel. Was ich gelernt habe in meiner langjährigen Arbeitstätigkeit, ist:
    Freundlichkeit und nett sein, bringt dich immer weiter.
    Sehe deinem Gesprächspartner immer in die Augen, konzentriere sich auf ihn.
    Denke nicht an deine Provision, denn dann fällst du um und du denkst nur ans Geld, dein Gegenüber merkt dies.

    Das Wichtigste: Du bist ein humorvoller, fröhlicher Mensch, lache mit deinem Gegenüber und versuche, sie aufzubauen, auch wenn es dir selbst nicht so gut geht. Sie werden sich immer an dich erinnern.

    Lass dein Glas immer halb voll sein, statt halb leer.
    Denke daran, wenn du dich über jemand ärgerst (weil er auf deutsch ein „A… ist), es sind deine Nerven.

    Herr Schumacher: Einen „Sprechwissenschaftler“ kenne ich nicht, nur einen „Sprachwissenschaftler“. Klären Sie mich über die Unterschiede auf.

    Mit freundlichen Grüßen

    Regina Kämke

  2. Erstaunliches Kindergartenwissen. Meinen Respekt dafür, wie es zumindest scheinbar gelingt mit derartigen Selbstverständlichkeiten sogar Geld zu verdienen. Hier mein vergleichbares Angebot: für lächerliche 1.350 EUR (zzgl. MwSt.) verrate ich Ihnen eines der bestgehüteten Weltgeheimnisse: die Religionszugehörigkeit des Papstes! Sie werden staunen!

    verwunderte Grüße,
    Lars C. Arnold
    30 Jahre im Vertrieb

    • Lieber Herr Arnold, das Web ist voll derartiger Oberflächlichkeiten bzw. supertollen Tipps, wie man mit diesem Tool oder jenem Know-how großartige Marketing- und Vertriebserfolge feiern kann. Tatsächlich lohnt sich bei gut 80 Prozent der Texte das Lesen nicht, weil dort lediglich Banalitäten ins Netz geschleudert werden. Das gilt auch für die kostenpflichtige Ratgeberliteratur und die ach so motivierenden Verkaufstrainer.

      Collin Scholz.

  3. Hallo Frau Kämke, im Großen und Ganzen habe ich auch Ihre Erfahrungen gemacht. Allerdings habe ich noch die fachliche Seite einschließlich Praxisumsetzung sehr stark ausgebaut, um ein ernstgenommener Gesprächspartner zu sein, ohne dabei den Oberlehrer zu machen.

    Die meisten Verkaufstrainer leben gut davon, wie man Leuten Illisionen an jene verkauft, die ohnehin nichts erreichen können, weil ihre Fähigkeiten auf diesem Gebiet begrenzt sind.

    Häufig werden sie mit dem schnellen Geld gelockt und sind dann beim Tanz ums goldene Kalb die Bühnenarbeiter. Gu8t verkaufen heißt: Fleiss, Fachkenntnmis und Ehrlichkeit, verbunden mit einer freundlichen Ausstrahlung.

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