| Hürden umschiffen
19. März 2018 | 1797 Artikelaufrufe

So bekommen Sie den Vertriebsjob: 4 Fangfragen im Bewerbungsgespräch

„Was sind Ihre Schwächen?“, hören Jobsuchende inzwischen fast in jedem Bewerbungsgespräch. Allerdings hält diese scheinbar harmlose Fragestellung einige Stolpersteine bereit und zielt darauf ab, den Bewerber aus dem Konzept zu bringen. Im Folgenden gibt Oliver Kerner, Speaker, Coach und Gründer von OK-Training, allen zukünftigen Vertriebsmitarbeitern Tipps, wie sie auf solche kniffeligen Fangfragen souverän reagieren.

Erste Hürde geschafft: Das persönliche Vorstellungsgespräch steht bevor

Doch obwohl sich Bewerber akribisch auf das Jobinterview mit dem Unternehmen vorbereiten, kommen oftmals tückische Fragen, die den Kandidaten aus der Bahn werfen. Mit diesen sogenannten Fangfragen testen Personaler die Reaktion des Bewerbers in Stresssituationen. Gleichzeitig dienen sie dazu, hinter vorab einstudierte Antworten zu blicken, um zu erkennen, welche Charaktereigenschaften Interessierte besitzen und welche Karriereziele sie verfolgen. Dabei kommt es nicht auf die perfekte Antwort an, sondern vielmehr darauf, wie souverän und selbstsicher sich Bewerber aus der Situation befreien.

1 Können Sie zehn Schwächen von sich aufzählen?

Obwohl die Frage nach den Schwächen wohl einen absoluten Klassiker unter den Bewerbungsfragen darstellt, haben sich die meisten wohl kaum mit ganzen zehn Schwachpunkten auseinandergesetzt. Dabei beabsichtigt diese fiktive Zahl, den Stressfaktor für den Bewerber zu erhöhen.

Idealerweise überhören Kandidaten die Zahl einfach und bleiben bei ihren im Vorfeld überlegten Defiziten. Im Idealfall bestehen die genannten Punkte aus Eigenschaften, die sich nicht auf die aktuelle Position auswirken.

Ein charmanter Abschluss: „Offen gestanden fällt mir keine weitere ein. Aber wir können gern über meine Stärken sprechen.“

2 Wie gehen Sie mit Kritik um?

Wer angibt, dass er sich über Beanstandungen freut, wirkt unglaubwürdig. Origineller gestaltet sich daher folgende Antwort: „Generell höre ich Kritik nicht gern. Jedoch bietet ein entsprechender Hinweis die Möglichkeit, aus eventuellen Defiziten oder Fehlern zu lernen und die Arbeitsweise künftig zu optimieren.“ Heutzutage zählt Kritikfähigkeit zu den wichtigen Soft Skills, also sozialen Kompetenzen, auf die Personaler besonderen Wert legen.

3 Arbeiten Sie lieber im Team oder allein?

Insbesondere Fragen, die den Bewerber vor die Wahl stellen, gestalten sich heikel. Denn wer angibt, lieber im Team zu arbeiten, gilt schnell als unselbstständig. Als unsozial derjenige, der Letzteres von sich behauptet.

Aus diesem Grund setzt sich eine ideale Antwort aus beiden Aspekten zusammen: „Muss ich mir beispielsweise schnell Wissen zu einem Thema aneignen, arbeite ich lieber ungestört. Geht es allerdings um ein großes Projekt, bevorzuge ich Teamarbeit.“

4 Wie stehen Sie zu Überstunden?

Bei dieser Frage heißt es: Vorsicht geboten! Denn Kandidaten, die behaupten, dass Überstunden für sie kein Problem darstellen, wirken zum einen unrealistisch. Zum anderen lässt es den Personaler vermuten, dass Interessenten mit ihrer vorgegebenen Arbeitszeit nicht zurechtkommen oder für den Beruf sogar das eigene Privatleben aufgeben.

Daher gilt es bei der Antwort geschickt auszuweichen: „Grundsätzlich erledige ich meine Arbeit rechtzeitig. Dazu strukturiere ich im Vorfeld die einzelnen Arbeitsschritte und setze Prioritäten. Jedoch bin ich mir bewusst, dass oftmals Unvorhergesehenes in einem Unternehmen eintritt und man für einen Kollegen einspringen und flexibel sein muss.

Mein/-e Partner/-in und ich haben das miteinander besprochen und wir sind uns einig, dass sowohl ein herausfordernder Beruf als auch eine ausgleichend gestaltete Freizeit wichtig sind.“

Tipp

Diese Beispiele stellen eine kleine Auswahl an möglichen Fangfragen dar, um sich auf ein Interview vorzubereiten. Idealerweise trainieren Bewerber vorab mit einem Freund oder professionellen Coach.

Zur Person

Seit über 14 Jahren arbeitet der hanseatische Kaufmann Oliver Kerner erfolgreich in Verkauf und Unternehmensführung in einer der wirtschaftlich herausforderndsten Branchen: der Schifffahrt. In dieser Branche, welche von vollständig vergleichbaren Produkten und hohem Wettbewerbsdruck geprägt ist, gelang es ihm, sich mit seinem selbst gegründeten Unternehmen zu etablieren.

Nun gibt er sein wertvolles Praxiswissen weiter und schult mit seinem zweiten gegründeten Unternehmen OK-Training als Verkaufstrainer, Speaker und Coach sowohl mittelständische als auch große Unternehmen in den Bereichen Vertriebsaufbau, Neukunden-Akquise und Kundenrückgewinnung. Mit seinen fundierten Kenntnissen bringt er jeden Verkäufer dazu, seinen individuellen Stil zu finden. Teilnehmer vergangener Trainings verzeichneten eine Steigerung ihrer Abschlussquote um durchschnittlich 20 bis 40 Prozent. www.ok-trainings.com

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