| Zeitmanagement
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Womit verschwenden Sie als Vertriebsleiter Ihre Zeit?

von Martin Geiger
Vertriebsleiter
(c) denisismagilov/stock.adobe.com

Viele Vertriebsleiter verbringen zu viel Zeit mit unproduktiven Tätigkeiten. Es gilt, sich dessen bewusst zu werden und das eigene Verhalten zu ändern. Ein psychologischer Trick hilft dabei. 

Erfolgreiche Menschen – und das gilt insbesondere auch für Manager im Vertrieb – messen ihrer Zeit ausnahmslos einen besonders hohen Stellenwert bei. Zeitverschwendung kommt für sie nicht in Frage. Ihnen ist bewusst, dass sie kein wertvolleres Kapital haben als Zeit. Das heißt: Ein effektives Zeitmanagement ist von ganz wesentlicher Bedeutung, damit Sie als Vertriebsleiter noch besser werden können.

Doch der Tag hat nun einmal nur 24 Stunden, und wahrscheinlich verbringen Sie ohnehin bereits zehn bis zwölf Stunden davon mit Arbeit… Es geht also gar nicht darum, noch mehr Arbeitsstunden ins Business zu quetschen. Die entscheidende Frage ist vielmehr: Wie verbringen Sie diese zehn bis zwölf Arbeitsstunden?

Studien belegen Unproduktivität

Dass viel Zeit verschwendet wird bei der Arbeit, belegt auch die wissenschaftliche Forschung. So gab beispielsweise Microsoft vor ein paar Jahren eine Studie in Auftrag, in der es um die tatsächliche Arbeitszeit eines Mitarbeiters ging.

Das Ergebnis: Der durchschnittliche Angestellte arbeitete an nur drei Tagen pro Wochen jeweils nur eineinhalb Stunden tatsächlich produktiv. Der Rest war vergeudete Zeit.

Noch drastischer fiel das Ergebnis des über zehn Jahre angelegten „Executive Time Use Project“ der Harvard Business School und der London School of Economics aus, das die Produktivität von CEOs untersuchte.

Laut der Studie schaffte es ein durchschnittlicher Geschäftsführer während eines Zwölfstundentages, bestenfalls 28 Minuten produktiv zu sein.

Womit verschwenden Sie als Vertriebsleiter Ihre Arbeitszeit?

Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, um zu überlegen oder noch besser aufzuschreiben, wie Sie einen normalen acht-, zehn- oder zwölfstündigen Arbeitstag verbringen:

  • Gibt es da Zeiten, die sie einsparen könnten?
  • Womit verschwenden Sie am meisten Zeit?
  • Überlegen Sie auch, wie viel Zeit damit jeden Tag verloren geht.

Was könnten Sie tun, um diese Aushöhlung Ihrer Zeit, Energie und Begeisterung zu unterbinden oder zumindest zu mildern?

Der Trick mit dem Fünf-Euro-Schein

Um sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren, an den Aufgaben mit höchster Priorität zu arbeiten und mehr aus den Stunden herauszuholen, die man mit seiner Arbeit verbringt, gibt es einen einfachen psychologischen Kniff.

Nehmen wir einmal an, Sie würden mit Ihren Fähigkeiten und Begabungen, Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung 300 Euro die Stunde verdienen. Multiplizieren Sie diesen Stundensatz mit acht, und Sie landen bei 2.400 Euro täglich. Bei fünf Tagen die Woche sind das 12.000 Euro wöchentlich und bei 44 Arbeitswochen pro Jahr genau 528.000 Euro jährlich. Sie sehen: Jetzt geht es ums große Geld.

300 Euro pro Stunde lassen sich ideal umrechnen auf fünf Euro die Minute. Damit Sie sich besser vorstellen können, was das letztlich bedeutet, holen Sie einen Fünf-Euro-Schein aus Ihrem Geldbeutel, legen Sie ihn vor sich auf den Tisch und betrachten Sie ihn eine Minute lang. Stellen Sie sich vor, dies sei der Wert Ihrer Arbeitszeit.

Um mir den Wert meiner Arbeitszeit stetig vor Augen zu halten, habe ich mir einen Bilderrahmen gekauft und einen Fünf-Euro-Schein hineingeklebt. Über dem Schein steht „Der Wert meiner Zeit“, darunter „pro Minute“. Der Bilderrahmen steht seither auf meinem Schreibtisch. Bei jedem Telefongespräch oder jeder neu eintreffenden E-Mail fällt mein Blick unweigerlich auf diesen Bilderrahmen. Als Effekt stellte sich bei mir rasch ein völlig anderer Umgang mit der Arbeitszeit ein.

Machen Sie sich den Wert jeder Arbeitsminute klar!

Ich bin mir sicher, auch Sie werden sehr schnell feststellen: Bei fünf Euro die Minute vergeuden Sie keine Zeit mehr. Denn bei einem Wert von fünf Euro pro Minute werden Sie Ihre Zeit beispielsweise sicherlich nicht mehr damit verbringen, minutenlang am Telefon auf jemanden zu warten, der laut Aussage von dessen Kollegen „gleich aus einer Besprechung herauskommt“. Sie werden stattdessen eine Nachricht hinterlassen oder es später noch einmal versuchen.

Sie werden auch nicht mehr Däumchen drehend in irgendeinem Empfangsbereich herumhocken und auf einen Geschäftspartner warten, mit dem Sie einen Termin vereinbart haben, der aber noch in einer anderen Besprechung festgehalten wird. Stattdessen werden Sie sich angewöhnen, sich sämtliche Besprechungstermine bestätigen zu lassen. Oder Sie werden sich zu Außer-Haus-Terminen einige Aufgaben mitnehmen, die Sie bearbeiten können, falls eine Verzögerung auftritt.

Auch auf die Frage des Kollegen oder Mitarbeiters „Haben Sie mal eine Minute?“ werden Sie garantiert anders reagieren. Kurzum: Sie werden den Blick auf Ihre Arbeitszeit schnell verändern.

Machen Sie sich in Zukunft klar, dass jede Minute Arbeit bares Geld wert ist. Rechnen Sie hierzu Ihre „verschwendeten Zeiten“ in Euro um. Führen Sie sich vor Augen, wie viel Kosten diese unproduktiven Tätigkeiten verursachen und delegieren Sie sie. Überlegen Sie außerdem, welche Aufgaben und Tätigkeiten Sie Ihren wichtigsten Zielen näher bringen und als nächstes umgesetzt werden müssen, was also Priorität haben sollte.

Die richtigen Prioritäten mit der ZEN-Methode

Lassen Sie jede Tätigkeit durch ein Sieb laufen, mit dem Sie festlegen, welche Tätigkeiten höchste Priorität besitzen. Dieses Sieb ist so engmaschig, dass wirklich nur die produktiven Tätigkeiten übrigbleiben und jeglicher Zeitballast ausgesiebt wird. Ihre Eckpfeiler lauten:

Z = zielorientiert

Stellen Sie sich als erstes die Frage: Welche eine Aufgabe bringt mich meinem wichtigsten Ziel am nächsten? Es geht darum, alle Tätigkeiten wegzulassen, die Sie diesem Ziel nicht wirklich näherbringen.

E = einkommensproduzierend

Welche eine Tätigkeit generiert mir ein entsprechendes Einkommen? Diese Frage ist für jeden Unternehmer von entscheidender Bedeutung. Für Unternehmer muss das Verwandeln von Zeit in Geld höchste Priorität haben. Auch Angestellte sollten nicht nur Aufträge ausführen, sondern unternehmerisch denken und dem Unternehmen Profit einbringen.

N = nutzbringend

Welche eine Aufgabe stiftet einen entsprechenden Nutzen? Bietet sie meinen Interessenten, Kunden, Mitarbeitern oder Geschäftspartnern einen entsprechenden Mehrwert?

Ich garantiere Ihnen: Damit lenken Sie als Vertriebsleiter Ihre Konzentration auf das Wesentliche – und gewinnen kostbare Zeit.

Zur Person

Martin Geiger ist Produktivitätsexperte und als „der Effizientertainer“ bekannt. Seine Mission: den Menschen dabei zu helfen, anders zu arbeiten und mehr zu leben. Bei seinen unterhaltsamen Vorträgen und in seinen Büchern erfährt man, wie man mit der Zeit läuft und nicht gegen sie anrennt. https://martingeiger.com/

 

 

Vertriebsleiter sind keine Coaches

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